In Würzburg ist erstmals bei einer Fledermaus das Tollwutvirus aus der Gruppe der Lyssaviren festgestellt worden. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um den ersten dokumentierten Nachweis in der unterfränkischen Großstadt. Bereits im Juni waren im benachbarten Landkreis Aschaffenburg zwei Breitflügelfledermäuse positiv getestet worden.
Geringes Risiko, aber Vorsicht empfohlen
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bewertet die Ansteckungsgefahr durch heimische Fledermäuse weiterhin als niedrig. Trotzdem mahnen die Behörden zur Umsicht.
Gefundene Fledermäuse sollten grundsätzlich nicht mit bloßen Händen berührt werden. Das gilt insbesondere für Tiere, die nicht fliegen können oder sich auffällig verhalten. Auch wenn die normalerweise nachtaktiven Tiere tagsüber entdeckt werden, ist Vorsicht geboten.
Bei infizierten Fledermäusen zeigen sich laut Behörden häufig neurologische Störungen, etwa Orientierungslosigkeit oder Lähmungen. Deshalb liegen die Tiere oft am Boden und können so leichter mit Hunden oder Katzen in Kontakt kommen. Teilweise reagieren erkrankte Fledermäuse zudem ungewöhnlich aggressiv und beißfreudig.
Wer ein krankes oder desorientiertes Tier entdeckt, sollte nach Angaben der Stadt das zuständige Veterinäramt oder eine Fledermausberatungsstelle verständigen. Fledermäuse stehen unter strengem Schutz und sind für das ökologische Gleichgewicht von großer Bedeutung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber