Der FC Bayern München könnte einem Medienbericht zufolge weitere Anteile an seiner Profifußball-AG veräußern und dafür etwa 250 Millionen Euro einnehmen. Wie der Münchner Merkur/tz berichtet, soll die Viessmann Generations Group daran interessiert sein, fünf Prozent der Aktiengesellschaft zu übernehmen. Diese Beteiligung könnte der Rekordmeister nach seinen Statuten noch verkaufen. Auf eine Anfrage der dpa reagierte der Club zunächst nicht.
Laut Bild geht es bei dem möglichen Einstieg nicht um den bisherigen Bayern-Partner Viessmann Climate Solutions, sondern um die Viessmann Generations Group. Deren Geschäftsführer ist Max Viessmann, der bereits dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern angehört. Diese Informationen decken sich mit dpa-Angaben.
Eberl verweist auf strategische Ausrichtung
Sportvorstand Max Eberl wollte sich bei der Vorstellung von Neuzugang Ismael Saibari nicht konkret zu dem Bericht äußern. Er erklärte, bei diesem Thema sei er „weit weg“, da solche Gespräche Sache des Stammvereins und von Präsident Herbert Hainer seien.
Allgemein betonte Eberl jedoch, dass der FC Bayern stets darauf bedacht sei, finanziell stabil zu bleiben. In der aus seiner Sicht „verrückten Fußballwelt“ gehe es darum, dauerhaft konkurrenzfähig zu sein. Er sei überzeugt, dass Präsident Hainer und dessen Mitstreiter diese Fragen mit Weitblick angehen.
Nicht jede Viessmann-Firma ist gemeint
Viessmann ist ein traditionsreiches Unternehmen aus Nordhessen, das Sportfans vor allem als Sponsor aus dem Wintersport kennen. Besonders im Biathlon, Rodeln und Skilanglauf ist die Marke seit Jahren präsent.

Der Bereich Heiztechnik wurde 2023 an den US-Konzern Carrier verkauft. Seitdem tritt er als Viessmann Climate Solutions auf und engagiert sich weiterhin im Wintersport. Auch mit dem FC Bayern arbeitet Viessmann seit 2018 zusammen; die Partnerschaft wurde in den Folgejahren ausgebaut. Nach dpa-Informationen soll dieses klassische Sponsoring unverändert fortgeführt werden. Ein Einstieg als Anteilseigner ist für Viessmann Climate Solutions demnach jedoch nicht vorgesehen.
Parallel dazu entstand nach dem Verkauf die Holding Viessmann Generations Group, die von Max Viessmann geführt wird. Der Unternehmer und Investor sitzt bereits seit dem vergangenen Frühjahr im Verwaltungsbeirat des FC Bayern. Eine Antwort auf die Frage, ob genau diese Holding die fünf Prozent übernehmen soll und welcher Preis letztlich gezahlt würde, lag zunächst nicht vor.
Adidas, Audi und Allianz bereits beteiligt
Der FC Bayern e.V. hält derzeit 75 Prozent an der FC Bayern München AG und ist damit weiterhin klarer Hauptgesellschafter. Die übrigen Anteile liegen bislang bei Adidas, Audi und Allianz, die jeweils 8,33 Prozent besitzen.
Der langjährige Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte Ende 2025 in einem Podcast erklärt, dass der Verein ohne Zustimmung der Mitglieder höchstens 30 Prozent der AG-Anteile veräußern dürfe. Für einen darüber hinausgehenden Verkauf wäre nach seinen Angaben eine Dreiviertelmehrheit nötig. Eine solche Zustimmung hält Hoeneß allerdings für kaum erreichbar.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber