Kultur

Königliche Satire: Wiesn-Musical erobert München

Erst in Berlin, dann zäh in München: Warum «Oktoberfest A Musical» vor der Premiere schon für Wirbel sorgt

20.05.2026, 15:21 Uhr

Das Musical „Oktoberfest A Musical. An Almost True Story. Beinah wahr …“ wird in diesem Herbst erstmals in München aufgeführt. Nach Stationen in Berlin in den Jahren 2024 und 2025 kommt das Werk von Komponist und Grammy-Preisträger Harold Faltermeyer sowie US-Autor Philip LaZebnik nun in die bayerische Landeshauptstadt.

Die München-Premiere ist für den 16. September in der Komödie im Bayerischen Hof geplant – und damit drei Tage vor dem offiziellen Wiesn-Anstich. Gespielt werden soll bis zum 4. Oktober und damit genauso lange wie das Oktoberfest selbst.

Liebe, Geschichte und Satire

Im Zentrum des satirisch-komödiantischen Stücks steht die Liebesgeschichte von Ludwig I. von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Ihre Hochzeit im Jahr 1810 gilt als Ursprung des Oktoberfests.

Darüber hinaus greift das Musical zahlreiche Facetten der Wiesn-Geschichte auf – von der königlichen Hochzeit über Lola Montez bis hin zu einem Thema, das bis heute viele bewegt: dem Bierpreis.

International besetzt

Auf der Bühne steht ein internationales Ensemble mit Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Regionen Deutschlands sowie aus den USA, Österreich und der Schweiz. Mit dabei sind unter anderem Christoph Marti und Tobias Bonn.

Gesprochen wird auf Deutsch, die Songs sind auf Englisch zu hören; beide Sprachen werden jeweils untertitelt. Die internationale Ausrichtung passe zum Charakter des Oktoberfests, hieß es.

Faltermeyer, der aus München stammt, beschrieb den Weg des Stücks so: Erst habe es in die Welt hinausgehen sollen, bevor es nun in seine Heimatstadt zurückkehre. Zuvor gab es demnach auch bereits eine Probefassung in den USA.

Diskussion um den Namen „Oktoberfest“

Ganz reibungslos verlief der Weg nach München offenbar nicht. Faltermeyer sagte, die Stadt habe zunächst nicht gewollt, dass das Stück dort gespielt wird. Hintergrund sei gewesen, dass der Begriff „Oktoberfest“ geschützt sei.

Er zeigte Verständnis dafür, wenn etwa Krüge oder T-Shirts geschützt würden, kritisierte aber Einschränkungen bei der kulturellen Nutzung des Namens. Letztlich sei jedoch eine Einigung erzielt worden.

Die Ankündigung des Musicals enthält dennoch ausdrücklich den Hinweis, dass es sich um eine unabhängige Produktion handelt, die in keinem Zusammenhang mit der Landeshauptstadt München als Organisatorin und Verantwortlicher der Veranstaltung „Oktoberfest“ steht.

Historisch inspiriert, aber bewusst frei erzählt

Das Musical stützt sich zwar auf historische Grundlagen, nimmt sich aber auch künstlerische Freiheiten. Faltermeyer sagte, er habe sich dafür intensiv mit historischen Büchern eingedeckt und viel über die bayerische Geschichte gelernt.

Schauspieler Christoph Marti bezeichnete die Inszenierung dennoch als „unkonventionelle Fassung der Entstehungsgeschichte“. Zudem sei in der Darstellung auch eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber dem Thema zu spüren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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