Kultur

Dieser Kinofilm rührt zu Tränen – ganz ohne Worte

Wie werden aus Fremden echte Freunde? „Der Frosch und das Wasser“ zeigt berührend, was Nähe und Neugier auslösen können.

30.04.2026, 07:43 Uhr

Zwei einsame Männer, die auf den ersten Blick kaum gegensätzlicher sein könnten, stehen im Mittelpunkt von Thomas Stubers neuem Film „Der Frosch und das Wasser“: Buschi, ein deutscher Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, gespielt von Aladdin Detlefsen, und der elegant auftretende japanische Reisende Hideo Kitamura, dargestellt von Kanji Tsuda.

Ihr ungewöhnlicher gemeinsamer Weg beginnt, als Buschi bei einem Ausflug seiner Wohngruppe davonläuft und kurzerhand in den Reisebus einer japanischen Touristengruppe steigt.

Einer ist stumm, der andere spricht Japanisch

Auf ihrer skurrilen und zugleich berührenden Reise kommen sich die beiden Männer näher – obwohl sie sich sprachlich kaum verständigen können. Buschi ist stumm, Hideo spricht nur Japanisch. Trotzdem erleben sie gemeinsam viel und entwickeln nach und nach ein tiefes Verständnis füreinander. Auch Frösche spielen dabei eine besondere Rolle.

Mit großer Aufmerksamkeit und Herzlichkeit begegnet Hideo seinem unerwarteten Begleiter. Er nimmt den Mann mit Down-Syndrom ernst, lässt sich auf ihn ein und ermöglicht so eine Verbindung, die fast ohne Worte auskommt. Doch während Buschi schmerzlich vermisst und gesucht wird, rückt auch Hideos Rückkehr nach Japan näher. Damit steht eine wichtige Entscheidung bevor.

Nach der Weltpremiere beim Tallinn Black Nights Film Festival in Estland war das außergewöhnliche Roadmovie auch beim Filmfest Bremen zu sehen. Vom 30. April an läuft das märchenhafte, stellenweise humorvolle Werk im Kino.

Was eine tiefe Verbindung zwischen Menschen ermöglichen kann

Für Aladdin Detlefsen ist es die erste Hauptrolle in einem Kinospielfilm. Der Schauspieler mit Down-Syndrom gehört seit mehr als 20 Jahren zum Ensemble des Blaumeier-Ateliers in Bremen, das künstlerische Projekte mit Menschen mit und ohne Behinderung realisiert.

Beide Hauptdarsteller tragen den Film mit einer stillen, leichten Präsenz. Schauspielcoach Barbara Weste, die Aladdin Detlefsen begleitete, sprach von einem tiefen gegenseitigen Verständnis während der Dreharbeiten. Nach ihrer Einschätzung konnte der Film nur aus einer engen menschlichen Verbundenheit heraus entstehen.

Zugleich betonte Weste, wie wichtig es sei, dass Menschen mit Behinderung künstlerisch auf Augenhöhe mit nichtbehinderten Kolleginnen und Kollegen arbeiten können. Genau das sei bei diesem Film in jedem Moment gelungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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