Drei Tage laute Musik, Partys vor den Bühnen und überwiegend bestes Wetter: Rock im Park ist in Nürnberg mit einem stimmungsvollen Finale zu Ende gegangen. Nach Regen zum Auftakt am Freitag wurden die zehntausenden Besucherinnen und Besucher die meiste Zeit mit Sonne und warmen Temperaturen belohnt.
Die gute Laune auf dem Gelände war entsprechend groß. Schon am letzten Festivaltag schwärmte Julian aus dem Sauerland: „Die Stimmung ist mega.“ Seine Frau Ivana lobte vor allem das Miteinander: „Die Leute sind super, alle total hilfsbereit.“ Auch Leonhard aus München zog ein positives Fazit, selbst wenn nach mehreren Partynächten die Erschöpfung spürbar war: „Heute genießen wir es noch. Auf mein Bett freue ich mich aber jetzt schon.“
Insgesamt standen an den drei Tagen rund 70 Konzerte auf dem Programm. Viele Fans fieberten besonders dem Abschlussauftritt der US-Rockband Linkin Park auf der Hauptbühne entgegen. Zuvor sorgte dort am Sonntag unter anderem das Rap-Duo Mehnersmoos für Stimmung und heizte dem Publikum mit der Frage „Seid ihr wach?“ ein. Im weiteren Tagesverlauf standen auch The Hives und Papa Roach auf der Hauptbühne. Parallel lief in der Eifel das Schwesterfestival Rock am Ring, bei dem dieselben Bands zeitversetzt spielten.
Nach Angaben der Veranstalter kamen täglich rund 80.000 Besucherinnen und Besucher auf das ausverkaufte Gelände. Entsprechend viel Betrieb herrschte zeitweise an mehreren Stellen: Vor den Bühneneingängen, den Toiletten, Trinkwasserstellen und Imbissbuden bildeten sich mitunter längere Schlangen. Selbst für ein Erinnerungsfoto am Selfie-Spot unter dem Rock-im-Park-Logo brauchten Fans Geduld.
Positiv fiel vielen Stammgästen auf, dass es vor den großen Bühnen in diesem Jahr spürbar mehr Platz gab. Zudem sollten zusätzliche Ein- und Ausgänge an der Hauptbühne helfen, schneller zwischen den Konzerten zu wechseln und Engstellen zu vermeiden. Dafür gab es Lob von Besucherinnen und Besuchern. Marie-Therese aus Innsbruck, die mit ihrer Freundin Petra bereits zum neunten Mal dabei war, sagte, man habe das Gefühl, dass Kritik aus dem Vorjahr ernst genommen worden sei. Petra ergänzte, dass vor allem vor den Bühnen mehr Raum vorhanden gewesen sei als 2024.
Auch auf den Bühnen selbst war die Wertschätzung für das Publikum deutlich zu hören. Rapper Marteria bedankte sich ausdrücklich für einen „wunderschönen, unfassbaren Abend“ und mischte sich am Ende sogar unter die tanzende Menge. Finch verließ für seinen letzten Song ebenfalls die Bühne und performte quasi auf Augenhöhe mit den Fans. Die britische Band The Subways richtete ihren Dank auf Deutsch an das Publikum, und Sängerin Anna Grey betonte, wie wichtig echte Konzerterlebnisse gerade im TikTok-Zeitalter seien.
Weniger begeistert zeigten sich einige Gäste bei den Preisen. Für einen halben Liter Bier wurden 6,90 Euro fällig, 13 Euro für Currywurst mit Pommes und 13,50 Euro für Falafel. Dazu kamen im Schnitt rund 300 Euro für das Wochenendticket, das laut Veranstalter preislich etwa auf Vorjahresniveau lag. Während manche das Angebot trotz der hohen Kosten noch angemessen fanden, sorgten einzelne Preise für Ärger – etwa 4,50 Euro für einen schwarzen Kaffee.
Viel Arbeit hatten erneut die Rettungskräfte. Bis Sonntagmorgen leisteten sie rund 1.800 Einsätze. Meist ging es dabei um Kreislaufprobleme, kleinere Verletzungen, Insektenstiche und Prellungen. Nach Angaben des Sanitätsdienstes mussten zugleich erneut weniger Menschen behandelt werden, die zu viel Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert hatten. Insgesamt hätten sich die Festivalbesucherinnen und -besucher friedlich, aufmerksam und hilfsbereit gezeigt.
Zu den ungewöhnlicheren Fällen gehörte eine Besucherin, die versehentlich den Verschluss einer Getränkedose verschluckt hatte. Bemerkenswert war außerdem das Alter des ältesten Festivalgasts, dem am Wochenende geholfen wurde: 82 Jahre.
Unterm Strich bleibt ein ausverkauftes Festival mit viel Musik, viel Sonne und einer entspannten Stimmung – auch wenn lange Schlangen, hohe Preise und kurze Nächte für manche zum typischen Rock-im-Park-Erlebnis einfach dazugehören.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion