Durchschnittliche Spargelsaison in Bayern – auch Erdbeeren stark gefragt
Die Spargelbauern in Bayern ziehen für die laufende Saison insgesamt eine solide Bilanz. Claudia Westner, Vorsitzende des Spargelerzeugerverbandes Südbayern in Schrobenhausen, spricht von einem durchschnittlichen Verlauf ohne größere Ausschläge nach oben oder unten. Trotz gestiegener Lebenshaltungskosten sei die Nachfrage nach Spargel weiterhin stabil geblieben. Auch Erdbeeren erfreuten sich bei den Verbrauchern großer Beliebtheit.
Nach Einschätzung Westners lief die Saison sogar etwas besser als zunächst erwartet. Viele Kunden seien auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten bereit, für hochwertige Produkte aus der Region Geld auszugeben. Genaue Angaben zu den Erntemengen liegen dem Verband bislang noch nicht vor.
Spargelernte begann vielerorts deutlich früher
Zahlreiche Betriebe starteten bereits fünf bis sechs Wochen vor dem sonst üblichen Beginn im April mit dem Stechen des Spargels. Gründe dafür seien moderne Anbaumethoden sowie die veränderten klimatischen Bedingungen. Gleichzeitig werde die Saison in manchen Regionen inzwischen früher beendet. Traditionell endet die Spargelzeit am 24. Juni, dem Johannistag.
Beim Wetter habe es laut Westner insgesamt gut gepasst. Vor allem die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten sei für die Erzeuger erfreulich verlaufen. Selbst die Kältephase im Mai habe dank des Einsatzes von Folien die Entwicklung der Pflanzen nicht entscheidend gebremst.
Nach Pfingsten habe sich der Absatz wegen der Ferien abgeschwächt, außerdem sei es zeitweise zu heiß geworden. Ideal seien Bodentemperaturen von 18 bis 22 Grad in rund 40 Zentimetern Tiefe. Nach Ostern seien teils jedoch schon 26 Grad gemessen worden. Unter solchen Bedingungen wachse der Spargel nicht mehr gleichmäßig: Die Köpfe öffneten sich stärker oder die Stangen würden hohl. Am Geschmack ändere das zwar wenig, für den Verkauf sei solche Ware aber oft ungeeignet. Teilweise entstehe dadurch ein Ausschuss von bis zu 50 Prozent.

Erdbeeren dank moderner Anbaumethoden noch bis Oktober
Auch Benedikt Gänger, Spargel- und Erdbeeranbauer aus Niedermotzing im Landkreis Straubing-Bogen, bewertet die Saison positiv. Er zeigt sich sowohl mit dem Spargel als auch mit der Erdbeerernte zufrieden. Zwar sei die Hauptsaison bei den Erdbeeren bereits vorbei und die Mengen nähmen ab, doch durch den Anbau in Hochbeeten unter Sonnentunneln könne noch bis in den Oktober hinein geerntet werden.
Nach Angaben Gängers setzen immer mehr Erdbeerbetriebe auf sogenannte Stellagen anstelle des klassischen Freilandanbaus. Dabei wachsen die Pflanzen auf Metallgestellen in etwa 1,30 Meter Höhe. Das erleichtere nicht nur die Ernte, sondern senke auch das Risiko für Krankheiten und Schneckenbefall.
Für dieses Jahr rechnet Gänger mit etwas höheren Erträgen als in den beiden vergangenen Jahren. 2025 hätten stärkere Fröste die Ernte beeinträchtigt, 2024 seien Starkregen und Überschwemmungen problematisch gewesen. In diesem Jahr hätten Sonne und Wärme dagegen für besonders gute Qualität gesorgt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion