Am Montag um 9.00 Uhr beginnt vor dem Landgericht Würzburg der Prozess gegen drei Männer, die wegen eines groß angelegten Kokain-Schmuggels angeklagt sind. Den Beschuldigten im Alter von 20, 26 und 49 Jahren wird vorgeworfen, gemeinsam mit bislang nicht identifizierten Komplizen insgesamt etwa 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland gebracht zu haben. Allein im unterfränkischen Abtswind waren im vergangenen Sommer 300 Kilogramm der Droge entdeckt worden. Der geschätzte Straßenwert liegt bei rund 15 Millionen Euro.
Nach Angaben der Ermittler hat sich bislang nur einer der Angeklagten ausführlich geäußert und die Vorwürfe zumindest teilweise eingeräumt. Ein weiterer Beschuldigter schweigt demnach bisher vollständig, während der dritte Mann die Tat bestreitet. Zwei der Angeklagten stammen aus Frankreich, der dritte ist laut Gericht Schweizer.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen bandenmäßigen Drogenhandel vor. Verhandelt wird der Fall vor der Jugendkammer des Landgerichts Würzburg. Insgesamt sind drei Prozesstage vorgesehen.
Mutmaßliche Hintermänner weiter unbekannt
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sollen weitere, noch unbekannte Mitglieder der Gruppe in Mexiko zwischen 100 und 300 Kilogramm hochreines Kokain in Hohlräumen von stählernen Brückendämpfern versteckt haben. Die Bauteile seien anschließend an eine Scheinfirma in Europa verschickt worden.
Für die weitere Verteilung sollen laut Ermittlern in mehreren Regionen Deutschlands Lagerhallen angemietet worden sein, darunter auch in Abtswind im Landkreis Kitzingen. Dort sollen die Brückendämpfer geöffnet und die Drogen herausgeholt worden sein. Die Anklage geht davon aus, dass auf diese Weise insgesamt 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland gelangten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion