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Warum diese Eisfabrik an Hitzetagen unverzichtbar ist

Neun Meter hohe Türme, infernalischer Lärm, eiskalte Massen: So entsteht das begehrte Supermarkt-Eis, das Hitzetage rettet.

26.06.2026, 07:00 Uhr

Eiswürfelproduktion läuft in Birkenfeld auf Hochtouren

Während draußen die Hitze drückt, herrschen in den Produktionshallen von Crio Ice im baden-württembergischen Birkenfeld deutlich angenehmere Temperaturen. Dort rauschen aus drei Anlagen mit bis zu neun Meter hohen Türmen ununterbrochen Eiswürfel in große Behälter. In den Hallen ist es kühl, aber auch enorm laut: Die Herstellung läuft derzeit auf voller Leistung.

Hochsaison zwischen Mai und September

In den Sommermonaten ist die Nachfrage besonders groß. Nach Angaben des Unternehmens werden in der Hochsaison von Mai bis September aktuell rund 1.000 Tonnen Eis pro Woche produziert. Gearbeitet wird dafür rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb.

Für Geschäftsführer Carsten Schweitzer sind hohe Außentemperaturen ein wichtiger Faktor fürs Geschäft. Solche Hitzephasen seien für den Absatz entscheidend, sagte er. Ohne sie wäre das Geschäft kaum tragfähig.

Vom klassischen Würfel bis zu Crushed Ice

Das Unternehmen zählt sich zu den vier größten Eiswürfelproduzenten in Deutschland. Zum Sortiment gehören massive Eiswürfel, Hohleiswürfel, Crushed Ice sowie kleines Cocktail-Eis. Beliefert werden vor allem Tankstellen, aber auch Supermärkte und andere Händler.

Die Produkte landen später etwa in Drinks oder in Kühlwannen auf Garten- und Sommerfesten, wo sie Getränke kalt halten.

Millionen Liter Wasser werden verarbeitet

Für die Produktion werden laut Schweitzer enorme Mengen Wasser benötigt – nach seiner Einschätzung Millionen Liter. Das Wasser wird in Maschinen mithilfe von Kaltgas heruntergekühlt und gefroren.

Eiswürfelproduktion
Torsten Steller hat einen coolen Job in heißen Zeiten. Quelle: Uli Deck/dpa

Anschließend sorgt Heißgas dafür, dass sich das in Röhren entstandene Eis wieder löst. Danach werden die Eisstangen in Würfel geschnitten, durch einen Tiefkühltunnel geführt und schließlich meist in Zwei-Kilogramm-Beutel abgefüllt.

So gelangen am Ende Millionen Eiswürfel zu den Kunden. Ein besonderes Beispiel aus der Vergangenheit: Während der Fußball-WM 2006 wurden dem Unternehmen zufolge sogar Nationalmannschaften beliefert. Spieler hätten damals in Eistonnen mit den produzierten Eiswürfeln gesessen.

Kühle Bedingungen als Vorteil im Sommer

In den Produktionsbereichen selbst liegt die Temperatur bei etwa 10 Grad – für die Beschäftigten ein angenehmes Arbeitsumfeld an heißen Tagen. Produktionsleiter Torsten Steller schätzt das besonders. Die Temperaturen seien gut auszuhalten, zumal er große Hitze nach eigenen Worten nicht gut vertrage.

Schweitzer spricht mit Blick auf den Hochsommer sogar von einem kleinen Paradies. Das Unternehmen sorge für Abkühlung und bringe den Menschen gerade bei extremen Temperaturen ein Stück Erleichterung.

Noch deutlich kälter ist es allerdings im Kühlhaus. Dort werden die abgepackten Eiswürfel bei mindestens minus 15 Grad bis zur Auslieferung auf Paletten gelagert. Lange halte man es dort nicht aus, heißt es im Betrieb – nach wenigen Minuten wolle man wieder hinaus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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