Mit heulenden Sirenen und lauten Handywarnungen hat Deutschland den bundesweiten Warntag absolviert. Punkt 11.00 Uhr wurde die Bevölkerung über mehrere Kanäle gleichzeitig alarmiert, um die Warnsysteme für mögliche Krisen- und Katastrophenlagen zu testen. 45 Minuten später folgte wie vorgesehen die offizielle Entwarnung.
Wozu dient der Warntag?
Mit dem jährlichen Aktionstag prüfen Bund, Länder und Kommunen, ob sie die Menschen im Ernstfall zuverlässig erreichen können – etwa bei Naturkatastrophen oder im Fall eines militärischen Angriffs auf Deutschland. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob die Warnung ankommt, sondern auch, ob die Bevölkerung sie richtig einordnen kann.
Über welche Wege wurde gewarnt?
Die Probe-Warnung wurde unter anderem verbreitet über:
- Sirenen
- Warn-Apps auf Smartphones
- Cell Broadcast
- digitale Anzeigetafeln
- UKW-Radio
- das Digitalradionetz DAB+
Cell Broadcast erreicht auch Mobiltelefone, auf denen keine Warn-App installiert ist. Der Alarm lief bundesweit über Tausende Sirenen sowie mehrere Smartphone-Apps.
Warn-Apps klingelten sogar im Bundestag
Die Alarmtöne waren auch im Bundestag deutlich zu hören. Während der Haushaltsberatungen musste Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ihre Rede kurz unterbrechen, bis die Warnsignale im Plenarsaal verstummt waren. Auch ihr eigenes Handy war davon betroffen.
Auch Prozess in Rostock kurz gestoppt
Nicht nur im Bundestag sorgte der Probealarm für eine Unterbrechung: Am Landgericht Rostock wurde auch der Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Fabian aus Güstrow kurzzeitig gestoppt. Der Richter unterbrach die Verhandlung bereits kurz vor 11.00 Uhr, damit die Mobiltelefone im Saal nicht in die laufende Sitzung schrillen konnten.
Seit 2022 wieder jedes Jahr
Bei der Premiere des bundesweiten Warntags im September 2020 war es zu erheblichen Problemen gekommen. Danach wurde der Aktionstag für ein Jahr ausgesetzt. Seit 2022 findet der deutschlandweite Probealarm wieder einmal jährlich statt.
Wie funktioniert Cell Broadcast?
Beim Cell-Broadcast-Verfahren wird eine Warnmeldung an alle geeigneten Mobiltelefone innerhalb einer Funkzelle geschickt. So lassen sich auch Menschen erreichen, die keine spezielle Warn-App nutzen. Das System gilt als wichtiger Baustein, um die Bevölkerung im Notfall schnell und breit zu informieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber