Bei dem schweren Unglück auf dem Gelände eines Verpackungsunternehmens in Longview im US-Bundesstaat Washington sind nach Angaben der Behörden inzwischen mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Einer der Mitarbeiter, die am Dienstag geborgen worden waren, erlag laut Feuerwehr später seinen Verletzungen. Neun Menschen werden auch weiterhin vermisst.
Bergung bleibt wegen instabilem Tank gefährlich
Die Einsatzkräfte waren am Dienstagmorgen Ortszeit zu dem Betrieb gerufen worden, nachdem auf dem Firmengelände ein Tank geborsten war. Nach Feuerwehrangaben handelte es sich um einen mit Weißlauge gefüllten Tank, der mehr als 3,4 Millionen Liter fasste. Das Unternehmen produziert Kartonverpackungen für Flüssigkeiten.
Die Räumungs- und Bergungsarbeiten bleiben schwierig, weil der beschädigte Tank weiterhin einsturzgefährdet ist. Nach Angaben der Feuerwehr befindet sich noch Flüssigkeit in dem Behälter, allerdings wohl weniger als zunächst befürchtet. Inzwischen wurde ein Plan ausgearbeitet, um die verbleibende Flüssigkeit abzupumpen und so die weiteren Arbeiten voranzubringen.
Acht Verletzte, darunter ein Feuerwehrmann
Nach aktuellem Stand wurden acht Menschen verletzt, darunter auch ein Feuerwehrmann. Einige Betroffene befinden sich nach früheren Angaben in kritischem Zustand, andere erlitten schwere oder leichtere Verletzungen.
Zur Identität der Todesopfer und der Vermissten machten die Behörden zunächst keine weiteren Angaben. Weitere Informationen sollen veröffentlicht werden, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.
Keine unmittelbare Gefahr für Anwohner
Für Anwohnerinnen und Anwohner in der Umgebung besteht nach derzeitigen Angaben keine direkte Gefahr. Das Gelände war über Nacht weiter überwacht worden.
Washingtons Gouverneur Bob Ferguson hatte den Betroffenen sein Mitgefühl ausgesprochen. Seine Gedanken seien bei den Arbeitern, ihren Familien und den Ersthelfern. Nach seinen Angaben wurde ein Spezialeinsatzteam der Nationalgarde mobilisiert, das inzwischen vor Ort ist.
Dieses Team soll die Einsatzkräfte unter anderem bei der Luftüberwachung unterstützen. Weitere Kräfte der Nationalgarde könnten zudem bei Suche und Bergung in kontaminierten Bereichen helfen. Auch Teams des Umweltministeriums sind im Einsatz und überwachen unter anderem die Wasserqualität.
Die Senatorin des Bundesstaats Washington, Patty Murray, erklärte bei einem Pressetermin vor Ort, es gebe weiter viele offene Fragen zur Ursache des Unglücks. Man werde darauf drängen, Antworten auf diese Fragen zu bekommen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion