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Studie: Goldrausch und Klima bedrohen Amazonas-Indigene

Illegaler Goldabbau trifft indigene Amazonasgebiete hart – und Extremwetter macht alles noch schlimmer. Ein Bericht zeigt, warum.

16.09.2026, 02:36 Uhr

In der brasilianischen Amazonasregion sind indigene Territorien einer Studie zufolge überproportional stark vom illegalen Goldabbau betroffen. Zugleich sind gerade diese Gemeinschaften immer häufiger extremen Wetterlagen ausgesetzt, wie aus einem Bericht des Forschungsinstituts für Umweltfragen im Amazonasgebiet (IPAM) hervorgeht.

Wenn illegaler Goldabbau und klimatische Extremereignisse dieselben Regionen treffen, verstärken sie laut Mitautor Ray Pinheiro ihre schädlichen Folgen gegenseitig. Trockenperioden erschwerten bereits den Zugang zu Wasser, schränkten die Mobilität ein und beeinträchtigten die Lebensmittelproduktion. Komme zusätzlicher Druck auf dieselben Flusssysteme durch Goldsucher hinzu, verschärfe sich die Lage weiter.

Betroffene Fläche in indigenen Gebieten stark gewachsen

Nach Angaben des Berichts waren die von Goldsuchern besetzten Flächen im Amazonasgebiet im Jahr 2024 rund 20-mal größer als noch 1985. In indigenen Gebieten fiel der Anstieg noch drastischer aus: Dort nahm die betroffene Fläche auf das 24-Fache zu.

Umweltorganisationen warnen seit langem vor den schweren Schäden durch den Goldabbau. Ein zentrales Problem ist der häufige Einsatz von Quecksilber, das zur Trennung von Gold und Erz verwendet wird. Dadurch werden Gewässer belastet – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Der WWF verweist in diesem Zusammenhang auch auf die schwierige Lage der vom Aussterben bedrohten Amazonas-Rosa-Flussdelfine. Untersuchungen hätten in ihrem Blut extrem hohe Quecksilber-Konzentrationen festgestellt. Das sei ein alarmierendes Signal für den Zustand des Amazonas als Lebensader der Region.

Der Bericht betont außerdem, dass Goldabbau nicht direkt auf dem Gebiet eines indigenen Volkes stattfinden muss, um dessen Lebensgrundlagen zu gefährden. Schadstoffe können sich über ganze Wassereinzugsgebiete verbreiten und so die Folgen von Dürren, Waldbränden und Überschwemmungen zusätzlich verschlimmern. Die Autoren empfehlen daher einen besseren Schutz indigener Gebiete sowie die konsequente Umsetzung von Anpassungsplänen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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