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Speedweek: Warum plötzlich langsamer gefahren wurde

Hat die Speedweek Raser ausgebremst? Daten aus Großstädten deuten zumindest bei den Schnellsten auf einen Effekt hin.

15.08.2026, 04:00 Uhr

Speedweek: Kontrollen könnten vor allem Schnellfahrer ausgebremst haben

Die verstärkten Tempokontrollen während der sogenannten Speedweek in mehreren Bundesländern haben Autofahrer offenbar zumindest teilweise zu vorsichtigerem Fahren bewegt. Darauf deutet eine Auswertung des Verkehrsdienstleisters TomTom in mehreren deutschen Großstädten hin. Ein durchgehend einheitlicher Trend zeigt sich jedoch nicht.

Für die Analyse verglich TomTom die an Werktagen der vergangenen Woche gemessenen Geschwindigkeiten in Berlin, Bremen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover und Stuttgart mit den Durchschnittswerten an Werktagen im Juli. Zusätzlich wurden München und Leipzig als Vergleichsstädte betrachtet, da dort keine Speedweek stattfand.

Vor allem in Bremen, Frankfurt und Hannover lagen die durchschnittlichen Geschwindigkeiten während der Kontrollwoche über weite Teile des Tages unter den Juli-Werten. Besonders auffällig waren die Unterschiede auf den Autobahnen innerhalb der Städte.

Vor allem hohe Geschwindigkeiten gingen zurück

Deutlichere Veränderungen zeigten sich bei besonders schnellen Fahrern – also in dem Bereich, in dem Überschreitungen des Tempolimits am ehesten vorkommen. Bei der 90. und 95. Perzentile, also jenen Geschwindigkeiten, die nur von 10 beziehungsweise 5 Prozent der Fahrzeuge überschritten werden, registrierte TomTom unter anderem auf Autobahnen in Stuttgart, Bremen, Hannover, Frankfurt und Hamburg Rückgänge.

In den Vergleichsstädten ohne Speedweek verlief die Entwicklung anders: In München wurde im Schnitt schneller gefahren, was laut TomTom wohl mit dem Beginn der Sommerferien und damit geringerem Verkehrsaufkommen zusammenhängt. In Leipzig blieben die Werte gegenüber dem Juli dagegen weitgehend stabil.

Nach Einschätzung des Unternehmens spricht es für einen möglichen Effekt der Kontrollen, dass auf einzelnen Strecken gerade sehr hohe Geschwindigkeiten spürbar zurückgingen, obwohl die Verkehrsdichte dort unverändert blieb. Das könne darauf hindeuten, dass insbesondere Fahrer beeinflusst wurden, die sonst besonders schnell unterwegs sind.

Daten liefern nur Hinweise, keinen Beweis

Einen eindeutigen Nachweis für einen Zusammenhang zwischen Speedweek und niedrigeren Geschwindigkeiten sehen die Experten jedoch nicht. Auch Baustellen, Staus, Ferienverkehr oder andere lokale Faktoren könnten das Tempo beeinflusst haben. Insgesamt lieferten die Daten deshalb keinen klaren Beleg dafür, dass die Aktionswoche den Verkehr insgesamt verlangsamt habe. Sie gäben aber Hinweise darauf, dass sich die verstärkten Kontrollen in einzelnen Städten und vor allem auf stark befahrenen Autobahnen bei sehr hohen Geschwindigkeiten bemerkbar gemacht haben könnten.

TomTom wertet nach eigenen Angaben weltweit täglich anonymisierte GPS-Daten von rund 600 Millionen mobilen Geräten aus. In Deutschland decke das Unternehmen damit etwa 20 bis 25 Prozent der am Verkehr teilnehmenden Fahrzeuge ab. Auf dieser Grundlage werden unter anderem Geschwindigkeiten und Verkehrsströme auf einzelnen Straßenabschnitten berechnet.

Die Speedweek ist eine europaweit koordinierte Kontrollaktion des Polizeinetzwerks Roadpol. Jedes Jahr finden im April und im August solche Schwerpunktwochen statt, in denen die Polizei verstärkt auf die Einhaltung von Tempolimits achtet. In Deutschland beteiligten sich nicht alle Bundesländer. Bundesweite Zahlen gibt es nicht. Allein in Schleswig-Holstein wurden laut Landespolizeiamt Kiel jedoch fast 15.000 Tempoverstöße festgestellt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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