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Schock am Broad Peak: Netflix-Star Purja ist tot

Lawinen-Drama im Karakorum: Zehn internationale Alpinisten geraten in die Schneemassen – nahe Dahlmeiers Unglücksort.

01.08.2026, 19:52 Uhr

Nirmal Purja stirbt bei Lawinenunglück am Broad Peak mit gesamter Expedition

Der Extremsportler Nirmal Purja, der als erster Mensch alle 14 Achttausender in einer einzigen Saison bestiegen hatte, ist nach Angaben seiner Firma tot. Nach einem schweren Lawinenabgang am Broad Peak in Pakistan kamen nach Angaben des Alpine Club Pakistan alle Mitglieder seiner Expedition ums Leben. Der Berg ist rund 8.050 Meter hoch.

Wie der pakistanische Alpinistenverband mitteilte, brach der Kontakt zu der Gruppe nach dem Lawinenunglück am Donnerstagmorgen ab. Anschließend wurde eine groß angelegte Such- und Rettungsaktion eingeleitet.

Unter den Todesopfern sind demnach sechs Bergsteiger aus Nepal, ein Alpinist aus Pakistan, ein Bergsteiger aus China, eine Bergsteigerin aus den USA sowie eine weitere Alpinistin aus Oman.

Tiefe Trauer nach dem Unglück

Purjas Unternehmen bestätigte seinen Tod auf Instagram mit Worten von "tiefer Trauer" und "unermesslichem Kummer". Auch Nepals Premier Balendra Shah reagierte bestürzt. Auf Facebook schrieb er, der Tod von sechs Nepalesen und vier weiteren ausländischen Bergsteigern im Karakorum – darunter Weltrekordhalter Purja – habe das Land erschüttert.

Auch Reinhold Messner erinnerte an den Ausnahmebergsteiger. Auf Instagram schrieb er, neben der Trauer bleibe vor allem die Erinnerung an ein Leben, das Purja in vollen Zügen gelebt habe. Ihn gekannt zu haben, sei ein Privileg gewesen.

Rekordbergsteiger aus Netflix-Doku

Die zehnköpfige Expedition wurde laut Alpine Club Pakistan von Purja angeführt. Der gebürtige Nepalese mit britischer Staatsbürgerschaft, vielen auch als Nims Dai bekannt, hatte 2019 weltweit Aufsehen erregt, als er alle 14 Achttausender in nur sieben Monaten bestieg. Im August 2023 wurde diese Bestmarke von einer Norwegerin und einem Nepalesen als Team übertroffen.

Sein Vorhaben nannte Purja damals selbstbewusst "Project Possible". In einem Gespräch mit der dpa in Kathmandu sagte er damals, viele Menschen hätten über die Idee gelacht und erklärt, das sei nicht machbar.

Seine Leistung wurde später in der Netflix-Dokumentation 14 Peaks: Nothing is Impossible festgehalten. Der Film zeigt die extremen Wetterbedingungen im Hochgebirge und den ständigen Balanceakt zwischen Erfolg und Lebensgefahr. Zuvor hatte Purja unter dem Namen Nimsdai Purja eine Autobiografie veröffentlicht, die zum Bestseller wurde. Auf Deutsch erschien sie 2022 unter dem Titel Jenseits des Möglichen: 1 Mann, 6 Weltrekorde, 14 Achttausender.

Noch am Montag hatte Purja auf der Plattform X geschrieben, dass die Besteigung des Broad Peak ursprünglich nicht Teil seines Plans gewesen sei. Nach seinem Aufstieg auf den Gasherbrum II habe ihm nur noch dieser Gipfel gefehlt, um als erster Mensch alle 14 Achttausender zweimal und ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen zu haben.

Die BBC berichtete, Purja habe seine Begeisterung für das Bergsteigen während seiner Zeit als Elitesoldat der britischen Marine entdeckt. 2018 sei er von Königin Elizabeth II. ausgezeichnet worden. Dem Bericht zufolge dienten auch sein Vater und seine älteren Brüder in den britischen Streitkräften.

Laura Dahlmeier starb in derselben Region

Fast genau ein Jahr zuvor war die deutsche Bergsteigerin und ehemalige Biathletin Laura Dahlmeier in derselben Region tödlich verunglückt. Die 31-Jährige kam am 28. Juli 2025 beim Bergsteigen am Laila Peak ums Leben. Die Unglücksorte liegen nahe beieinander.

Dahlmeier war damals mit ihrer Seilpartnerin unterwegs, als sie beim Abstieg in rund 5.700 Metern Höhe von einem Steinschlag am Kopf getroffen wurde. Vermutlich war sie sofort tot.

Obwohl die Rettung umgehend anlief, konnte wegen anhaltender Steinschlaggefahr und schwierigen Wetters niemand zu ihr vordringen. Die Aktion wurde später eingestellt – auch, weil Dahlmeier ausdrücklich schriftlich festgelegt hatte, dass in einem solchen Fall niemand sein Leben für ihre Bergung riskieren solle. Ihr Leichnam blieb am Berg, wo sie ihre letzte Ruhestätte fand.

Experte warnt vor zunehmenden Gefahren im Karakorum

Der Broad Peak ist der zwölfthöchste Berg der Welt und liegt im Karakorum an der Grenze zwischen Pakistan und China. Das Hochgebirge im Norden Pakistans zieht jedes Jahr zahlreiche internationale Expeditionen an.

Der pakistanische Bergsteigerexperte Irfanullah Baig bezeichnet den Broad Peak als schwierigen Achttausender, an dem es schon in der Vergangenheit immer wieder schwere Unfälle gegeben habe. Zugleich verschärfe der Klimawandel die Risiken: Lawinen, extreme Wetterlagen und Steinschlag nähmen zu.

Baig erklärte, in den Siedlungen am Fuß der Berge würden inzwischen Temperaturen von bis zu 40 Grad erreicht. Dadurch fehle eine stabile Schneedecke, und die Schneeschmelze erhöhe die Gefahr, dass jederzeit Lawinen ausgelöst werden könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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