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Ebola-Drama im Kongo eskaliert

Ebola außer Kontrolle? Im Kongo explodieren die Zahlen – Rebellen, Angst und Impfstoffmangel alarmieren die WHO.

01.08.2026, 15:11 Uhr

WHO: Größter Ebola-Ausbruch im Kongo breitet sich weiter aus

Trotz intensiver und seit Wochen laufender Gegenmaßnahmen bekommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ebola-Ausbruch in Zentralafrika weiter nicht unter Kontrolle. Besonders in der Demokratischen Republik Kongo verschärft sich die Lage, zugleich wächst die Gefahr, dass sich das Virus auf Nachbarländer ausbreitet. Nach Einschätzung der WHO ist es inzwischen der größte Ebola-Ausbruch, den das Land je erlebt hat. Um die Epidemie einzudämmen, sei eine deutliche Ausweitung der Maßnahmen nötig.

In der vergangenen Woche wurden 567 neue Infektionen und 296 Todesfälle gemeldet – so viele wie noch nie innerhalb einer einzelnen Woche. Insgesamt zählt die WHO 3.605 laborbestätigte Ebola-Fälle, darunter 1.587 Todesopfer. 651 Menschen haben die Infektion überlebt. Der bisher größte Ausbruch im Kongo zwischen 2018 und 2020 umfasste 3.317 bestätigte Fälle.

Komplizierte Sicherheitslage

Die WHO führt die gestiegenen Zahlen zum Teil auf eine bessere Überwachung und mehr Labortests zurück. Zugleich sei der Anstieg aber vor allem auf die tatsächliche Ausbreitung des Ausbruchs zurückzuführen. Derzeit würden höchstens 80 Prozent der Kontaktpersonen von Infizierten über drei Wochen hinweg beobachtet. Fachleute halten jedoch eine Quote von 95 Prozent für notwendig.

Erschwert wird der Kampf gegen das Virus durch die angespannte Sicherheitslage in der Region. Rebellenkonflikte, Hunderttausende Vertriebene und tiefes Misstrauen in der Bevölkerung behindern die Eindämmung erheblich.

Zu wenige Menschen erreichen Behandlungszentren

Experten gehen davon aus, dass die wahre Zahl der Infektionen deutlich höher liegt als die bestätigten Fälle. Viele Ebola-Kranke gelangen nicht in Behandlungszentren, und Angehörige vermuten bei Todesfällen oft andere Ursachen.

Besonders problematisch sind Beerdigungen. Ebola-Opfer bleiben auch nach dem Tod hoch ansteckend, sodass sich Angehörige beim Waschen der Leichname leicht infizieren können. Hilfsorganisationen bieten deshalb sichere und zugleich würdige Bestattungen an – unter anderem mit Schutzanzügen und weiteren Schutzmaßnahmen.

Beim aktuellen Ausbruch handelt es sich um die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Gegen diese Form gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. Derzeit läuft jedoch ein Test mit einem neu entwickelten Vakzin.

Ausbruch begann womöglich schon im Januar

Nach einer Recherche von drei Wissenschaftlern im Kongo, über die das Fachmagazin "Science" berichtet, wurde der Ausbruch möglicherweise erst nach Monaten entdeckt. Demnach könnte die Epidemie bereits im Januar oder sogar noch früher begonnen haben. Offiziell erklärte der Kongo seinen inzwischen 17. Ebola-Ausbruch erst Mitte Mai.

Die Forscher befragten den Angaben zufolge rund 100 Menschen in der abgelegenen Goldminenstadt Mongbwalu, die als frühes Epizentrum gilt. Möglicherweise brachte ein Patient, der medizinische Hilfe suchte, das Virus aus einer ländlichen Region in die Stadt. Ebola-Viren können von Tieren auf Menschen übertragen werden, etwa wenn Wildtiere wie Fledermäuse gejagt und gegessen werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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