Bayern

Party-Alarm auf der Isar? Polizei stoppt Schlauchboote

Party auf der Isar klingt harmlos – bis Alkohol, Strudel und Rettungshubschrauber ins Spiel kommen. Was die Polizei jetzt stoppt.

01.08.2026, 17:18 Uhr

Polizei warnt vor Alkohol und Partystimmung auf Schlauchbooten auf der Isar

Mit dem Schlauchboot feuchtfröhlich über die Isar zu treiben, ist aus Sicht der Polizei brandgefährlich. Bei Kontrollen des Bootsverkehrs am Samstag fiel den Einsatzkräften vor allem ungezügeltes Partyverhalten mit zu hohem Alkoholkonsum auf, sagte Jörg Greiner, Leiter der Polizeidienststelle Grünwald. Dadurch entstünden immer wieder riskante Situationen, Notfälle und Unfälle. Auch bei Anwohnern und Sportpaddlern hat das Treiben laut Polizei einen schlechten Ruf – dort ist bereits vom „Ballermann auf der Isar“ die Rede.

Zwischen 11.00 und 17.00 Uhr kontrollierte die Polizei fast 100 Schlauchboote, Kajaks und Stand-up-Paddles. Dabei gab es zahlreiche Anzeigen. Nach Polizeiangaben überschritten 15 Personen die Promillegrenze von 0,5. In einem Boot saß zudem ein fünfjähriges Kind, das statt einer Schwimmweste nur Schwimmflügel trug. Außerdem entdeckten die Beamten in mehreren Fällen Glasflaschen an Bord, obwohl diese nach der Isarverordnung verboten sind.

Fast jedes Wochenende ein Bootsunfall

Den größten Aufwand verursacht aus Sicht der Polizei der Alkoholkonsum während der Bootsfahrt. Gerade bei schönem Wetter seien sehr viele Schlauchboote auf dem Fluss unterwegs – oft mit Musikboxen und Alkohol. Im Sommer werde das regelmäßig zum Problem.

Nach Angaben Greiners kommt es entlang der Isar fast jede Woche oder fast jedes Wochenende irgendwo zu einem Bootsunfall. Nach Einschätzung der Polizei unterschätzen viele Menschen unter Alkoholeinfluss die Gefahren des Flusses und gehen Risiken ein, die sie nüchtern vermutlich vermeiden würden.

Polizei erinnert: Die Isar ist ein Wildfluss

Die Isar ist laut Polizei kein harmloser Ausflugsfluss, sondern ein Wildfluss. Kiesbänke, ins Wasser gestürzte Bäume, Treibgut, Strömungen und Strudel können für Menschen in Schlauchbooten schnell gefährlich werden.

Besonders tückisch ist nach Angaben der Polizei das Isarwehr in Großhesselohe. Dort ist die Durchfahrt für Boote verboten. Eigentlich müssten Bootsfahrer ans Ufer paddeln, das Boot kurz herausnehmen, umsetzen und unterhalb des Wehrs wieder einsetzen. Doch genau diese Regel werde immer wieder missachtet. Wer trotzdem darüber fahre, könne in der Wasserwalze landen und sich nicht mehr selbst befreien, warnte Greiner.

Alkoholisierte Freizeitkapitäne in Gefahr

Solche Vorfälle führen häufig zu großen Rettungseinsätzen mit Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst und teilweise auch einem Rettungshubschrauber. Hinzu kommt die erhebliche Gefahr für die Einsatzkräfte.

Nach Angaben der Polizei geht selbst das Rettungspersonal nicht in die Wasserwalze hinein, weil das Risiko dort zu hoch ist. Umso unverständlicher sei es, wenn alkoholisierte Freizeit-Bootsfahrer glaubten, diese Stelle trotzdem sicher passieren zu können.

Die Polizei betont zugleich, nicht als Spaßverderber auftreten zu wollen. Wer sich an die Regeln halte, könne die Risiken auf der Isar deutlich besser einschätzen und begrenzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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