Die Bundesregierung hat Venezuela nach den verheerenden Erdbeben rasche Unterstützung zugesagt. Wie das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium nach einer Sitzung des Krisenstabs mitteilten, stehen unter anderem Wasserfilter, Feldbetten, Zelte und Stromgeneratoren für einen möglichen Hilfseinsatz bereit.
Parallel dazu laufen Abstimmungen der beteiligten Ministerien mit zivilen Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen. Venezuela hatte am Nachmittag über den EU-Katastrophenschutzmechanismus offiziell um internationale Hilfe gebeten. Nun werde auf europäischer Ebene geprüft, welche Unterstützung koordiniert bereitgestellt werden kann.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts besteht seit der Nacht enger Kontakt zu deutschen Katastrophenhilfe-Teams sowie zu internationalen Partnern. Bereits am Donnerstag sollen Erkundungsteams des Technischen Hilfswerks (THW) und weiterer Organisationen gemeinsam mit Fachkräften aus der Schweiz in das Krisengebiet reisen, um die Lage vor Ort zu bewerten.
Bundeswehr bereitet Unterstützung vor
Auch die Bundeswehr stellt sich auf einen möglichen Einsatz ein. Beim Lufttransportgeschwader 62 der Luftwaffe im niedersächsischen Wunstorf laufen Vorbereitungen, sechs Transportmaschinen vom Typ A400M bereitzustellen. Eine davon kann dem Verteidigungsministerium zufolge als MedEvac-Flugzeug für medizinische Evakuierungen eingesetzt werden.
Darüber hinaus soll der Verband als logistische Drehscheibe für zivile Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das THW dienen. So könnten angelieferte Hilfsgüter gesammelt und anschließend in das Katastrophengebiet ausgeflogen werden.

Für einen ersten Hilfseinsatz wäre laut Ministerium zunächst ein kleineres Kontingent vorgesehen. Dazu würden ein Kontingentführer, die fliegenden Besatzungen sowie ein kompaktes Technikteam gehören.
Ein A400M kann bis zu 16 Tonnen Material und Personal transportieren. Nach derzeitigem Stand würde ein Flug in die rund 8200 Kilometer entfernte Krisenregion etwa 13 Stunden reine Flugzeit beanspruchen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber