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Mysteriöse Explosion im Saarland: Warum Ermittler jetzt von Mord ausgehen

Was steckt hinter der Explosion in Völklingen? Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen Mordes: Offenbar detonierte ein Paket mit Sprengsatz – der mutmaßliche Absender sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

23.04.2026, 11:33 Uhr

Explosion in Völklinger Unterführung: 45-Jähriger wegen Mordverdachts in U-Haft

Nach der Explosion in einer Unterführung im saarländischen Völklingen, bei der ein Mann starb und vier weitere schwer verletzt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen einen 45-Jährigen wegen Mordverdachts. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Beschuldigte dem späteren Opfer ein Paket mit einem Sprengsatz zukommen lassen haben.

Der 32 Jahre alte Mann öffnete das Paket in der Nacht auf Samstag offenbar in der Annahme, dass sich darin Betäubungsmittel befänden. Dabei detonierte der Sprengsatz.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde der 45-Jährige aus dem Regionalverband Saarbrücken in seiner Wohnung festgenommen. Am Mittwochabend wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

In der Nacht zum Samstag waren gegen 0.15 Uhr mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen, nachdem ein lauter Knall zu hören gewesen war. Zudem soll eine Person lautstark um Hilfe gerufen haben. Einsatzkräfte fanden in der Unterführung fünf Männer vor. Für den 32-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Die vier anderen Männer erlitten schwere Verletzungen. Zur Aufklärung des Falls wurde die Sonderkommission "Glas" gegründet. Zwei der Verletzten befanden sich zu Wochenbeginn weiterhin in Lebensgefahr.

Opfer und Beschuldigter waren einander bekannt

Nach Angaben der Ermittler kannten sich der Getötete und der Tatverdächtige. Unklar ist bislang, wann genau das Paket an das Opfer gelangte. Zunächst soll der 32-Jährige die Sendung an einem schwer einsehbaren Ort in der Nähe der Unterführung abgelegt haben.

Gegen den 45-Jährigen wird nun wegen des dringenden Verdachts des Mordes, des versuchten Mordes sowie wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Heimtücke und den Einsatz eines gemeingefährlichen Mittels vor. Beide gelten als Mordmerkmale.

Zu weiteren Einzelheiten, etwa zur Art des Sprengstoffs oder zum möglichen Motiv, machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Dadurch sollen die laufenden Untersuchungen nicht beeinträchtigt werden.

Völklingen hat rund 40.000 Einwohner, liegt wenige Kilometer westlich von Saarbrücken an der Saar und ist die viertgrößte Stadt des Saarlandes.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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