Menschen in sozialen Netzwerken hängen derzeit gern die Endung „-maxxing“ an alles Mögliche an: Die einen schwärmen vom „Nonnamaxxing“ und wollen so gelassen leben wie eine italienische Großmutter, andere betreiben „Sleepmaxxing“, um ihren Schlaf möglichst stark zu optimieren. Gemeint ist damit meist, aus einem Hobby, einer Fähigkeit oder einem Lebensbereich das Maximum herauszuholen.
Weil sich das Suffix inzwischen auf nahezu alles anwenden lässt, verliert man schnell den Überblick. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu im Überblick.
Was heißt „Maxxing“?
Der Ausdruck leitet sich vom englischen Verb „to maximize“ ab, also „maximieren“. Gemeint ist, einen bestimmten Aspekt des Lebens so weit wie möglich zu verbessern oder auszureizen. Wer etwa versucht, den idealen Schlaf zu erreichen, spricht im Netz von „Sleepmaxxing“.
Ganz neu ist die Wortendung nicht. Das britische Magazin Dazed schrieb bereits 2024 sinngemäß, dass sich chronisch online lebende Menschen fragen würden, ob sie „maxxen“ oder nicht. Inzwischen hat sich der Begriff aber verselbstständigt. Ein Beispiel ist „Nonnamaxxing“: Dahinter steckt die Sehnsucht nach einem entschleunigten, gemütlichen Lebensstil, der mit dem romantisierten Bild einer italienischen „Nonna“ verbunden wird.
Wie wurde „Maxxing“ bekannt?
Größere Aufmerksamkeit bekam die Endung vor allem durch „Looksmaxxing“ aus der sogenannten Incel-Szene. Dabei geht es darum, das eigene Aussehen möglichst perfekt an ein bestimmtes männliches Ideal anzupassen. Teilweise wurden dafür sogar gefährliche Methoden propagiert – etwa Schläge auf die Gesichtsknochen mit dem Versprechen, das Gesicht wirke dadurch markanter.

Der Begriff „Incel“ setzt sich aus „involuntary“ und „celibate“ zusammen. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet er Männer, die unfreiwillig ohne sexuelle oder romantische Beziehungen zu Frauen leben und dafür Feminismus oder gesellschaftliche Entwicklungen verantwortlich machen. Weil „Maxxing“ aus diesem Umfeld stammt, wird die Herkunft des Begriffs teils kritisch gesehen. Inzwischen wird er jedoch oft losgelöst davon und nicht selten ironisch verwendet.
Wie wird „Maxxing“ heute genutzt?
Wird „Maxxing“ ernst gemeint, steht es oft für radikale Selbstoptimierung – ein Muster, das auf TikTok und Instagram häufig zu sehen ist. Beim „Sleepmaxxing“ etwa kursieren zahlreiche Methoden für angeblich besseren Schlaf. Dazu zählt auch das sogenannte Mouth Taping.
Dabei wird der Mund nachts mit Pflaster, Klebeband oder speziellem Tape verschlossen, damit die Atmung über die Nase erfolgt. Einige Influencer und Prominente, darunter auch Fußballprofi Erling Haaland, haben diese Praxis bereits empfohlen. Forschende aus Kanada mahnten in einer Studie von 2025 allerdings zur Vorsicht.
Daneben wird die Endung inzwischen oft einfach spielerisch eingesetzt. „Booksmaxxing“ kann zum Beispiel bedeuten, besonders viel zu lesen. Der Reiz liegt gerade darin, dass sich der Ausdruck beinahe beliebig erweitern lässt: Wer Treppen statt Aufzug nimmt, könnte das scherzhaft „Floormaxxing“ nennen; wer Vorräte aufstockt, spricht vielleicht von „Prepmaxxing“.
Gleichzeitig zeigt sich auch hier eine Schattenseite sozialer Medien: Solche Begriffe lassen sich politisch zuspitzen und instrumentalisieren. So veröffentlichte der Account des Weißen Hauses im Juli im Zusammenhang mit der harten US-Abschiebepolitik ein TikTok-Video unter dem Titel „Deportationmaxxing“.
Ist „Maxxing“ schon Teil der Jugendsprache?
Virale Internetphänomene werden oft schnell Teil der Alltagssprache junger Menschen. Der Pons-Langenscheidt-Verlag, der das Jugendwort des Jahres kürt, beobachtet den Trend ebenfalls. Nach Angaben des Verlags ist „Maxxing“ in sozialen Medien klar präsent und findet auch offline Eingang in die Sprache Jugendlicher.
Bei den Einsendungen für das Jugendwort 2026 spielte der Begriff in seinen vielen Varianten allerdings keine größere Rolle. Eine mögliche Erklärung: Es gibt zu viele unterschiedliche Ausprägungen, um eine einzelne Form hervorzuheben. Der Verlag beschreibt „Maxxing“ als spielerisches Sprachmuster aus der Social-Media-Welt, das in den Alltag übertragen wird.
Grundsätzlich sei es natürlich nichts Problematisches, ein Ziel zu verfolgen und konsequent daran zu arbeiten. Kritisch werde es dort, wo manche Formen – etwa extremes „Looksmaxxing“ – auf Kosten der Gesundheit gingen. Daran zeige sich auch, wie stark soziale Medien von Vergleichen mit anderen geprägt sind.
Sprachlich erfüllt der Trend mehrere Funktionen zugleich: Wer solche Begriffe versteht und benutzt, demonstriert digitale Sprachgewandtheit. Zugleich steckt oft Ironie dahinter – banale Alltagshandlungen werden zu einem großen Projekt erklärt, ohne dass man sich dabei allzu ernst nimmt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber