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Giftpilz-Killerin blitzt mit Berufung ab

Giftpilz-Drama wie im Krimi: Drei Tote, sie beteuert ihre Unschuld - doch jetzt scheitert die Australierin vor Gericht.

30.10.2026, 04:28 Uhr

Berufung abgewiesen: Erin Patterson muss wohl lebenslang im Gefängnis bleiben

Der aufsehenerregende Fall um die Australierin Erin Patterson, die ihren Gästen ein mit tödlichen Pilzen versetztes Beef Wellington serviert haben soll, bleibt ohne Wendung zu ihren Gunsten. Die 52-Jährige scheiterte mit ihrer Berufung gegen die Verurteilung wegen dreifachen Mordes. Zugleich setzte sich die Staatsanwaltschaft mit ihrem Antrag auf ein härteres Strafmaß durch: Patterson soll das Gefängnis nicht mehr verlassen dürfen.

Die tödliche Mahlzeit

Im Juli 2023 hatte Patterson ihre ehemaligen Schwiegereltern, beide 70 Jahre alt, sowie ein befreundetes Paar im Alter von 66 und 68 Jahren zu einem Mittagessen eingeladen. Serviert wurde Rinderfilet im Blätterteig mit Pilzen. Kurz darauf starben drei der Gäste an einer Vergiftung durch hochgiftige Knollenblätterpilze. Ein ebenfalls anwesender Pastor überlebte nur schwer krank.

Der wissenschaftlich als Amanita phalloides bekannte Pilz gilt als besonders gefährlich. Schon geringe Mengen können schwere Organschäden verursachen und enden oft tödlich.

Schuldspruch trotz Unschuldsbeteuerungen

Im Juli 2025 wurde Patterson des dreifachen Mordes schuldig gesprochen. Außerdem befand die Jury sie in einem weiteren Fall wegen versuchten Mordes für schuldig. Wenige Wochen später verhängte das Gericht lebenslange Haft mit einer Mindestdauer von 33 Jahren.

Die zweifache Mutter hatte während des gesamten Verfahrens ihre Unschuld betont. Sie erklärte, nicht gewusst zu haben, dass die verwendeten Pilze giftig seien, und bezeichnete die Todesfälle als tragischen Unfall.

Berufungsurteil in Australien gegen Giftpilz-Mörderin
Die Staatsanwaltschaft war mit ihrer Berufung gegen das Strafmaß erfolgreich. Quelle: Jay Kogler/AAP/dpa

Streitpunkt in der Berufung

Die Verteidigung griff das Urteil mit mehreren Argumenten an. Unter anderem wurde beanstandet, dass die Geschworenen während des Prozesses im selben Hotel wie ein Polizeizeuge untergebracht waren. Das Gericht sah darin jedoch keinen Anlass, die Unabhängigkeit oder Sorgfalt der Jury infrage zu stellen.

Anders entschied das Berufungsgericht beim Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte geltend gemacht, dass eine mögliche Entlassung auf Bewährung nach 33 Jahren dem Ausmaß der Tat nicht gerecht werde. Mit Erfolg: Das Strafmaß wurde verschärft.

Gericht spricht von geplanter Täuschung

Richter Stephen McLeish erklärte, Patterson habe mit großer Vorbereitung gehandelt und ihre Tat von einer "aufwendigen Reihe von Täuschungen" begleiten lassen. Das Verbrechen sei "außergewöhnlich kalt und berechnend" gewesen. Deshalb sei es nicht angemessen, ihr überhaupt die Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung zu eröffnen.

Damit dürfte Patterson nach Einschätzung australischer Medien den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen.

Reaktion auf das Urteil

Die Verurteilte verfolgte die Entscheidung per Video aus dem Hochsicherheitsbereich eines Frauengefängnisses. Berichten zufolge lehnte sie sich nach Verkündung des Urteils zurück und blickte regungslos auf den Bildschirm.

Rein rechtlich bleibt ihr noch der Weg zum Obersten Gerichtshof Australiens. Dafür müsste das Gericht jedoch zunächst eine weitere Berufung zulassen. Die Chancen darauf werden als gering eingeschätzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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