IG Metall kündigt Warnstreiks in Metall- und Elektrobranche an
Die IG Metall bereitet Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie vor. Nach Angaben des Vorstands in Frankfurt reagiert die Gewerkschaft damit auf die Position der Arbeitgeber, die aus ihrer Sicht für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten einen Reallohnverlust bedeuten würde. Erste Arbeitsniederlegungen könnten nach Entscheidungen der regionalen Tarifkommissionen bereits in der Nacht zu Sonntag mit dem Ende der Friedenspflicht beginnen.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte, das Arbeitgeberangebot stoße in vielen Betrieben auf Unverständnis und Ärger. Deshalb sei mit deutlichen Warnstreiks zu rechnen. Ziel der Gewerkschaft sei es, Kaufkraft zu erhalten und Perspektiven für Beschäftigung und Standorte zu sichern. Die Arbeitgeber wollten den Beschäftigten am Ende jedoch Geld entziehen.
Fünf Prozent mehr Lohn verlangt
Die Gewerkschaft ist mit der Forderung nach 5 Prozent mehr Einkommen sowie tariflichen Garantien für Arbeitsplätze und Standorte in die Verhandlungen gestartet. Der angestrebte Tarifvertrag sollte eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde legten die Arbeitgeber erstmals ein Angebot vor. Dieses sah eine Laufzeit von 26 Monaten, eine Einmalzahlung im kommenden Jahr sowie eine stufenweise Erhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 vor. Als Begründung nannten sie die angespannte wirtschaftliche Situation und die hohen Kosten für die Industrie in Deutschland.
IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski verwies dagegen auf die wieder steigende Inflation. Ihrer Ansicht nach lasse die Arbeitgeberseite damit jene im Stich, die täglich die Arbeit in den Betrieben leisten. Das vorgelegte Angebot bedeute für die Beschäftigten real ein Minus und schade langfristig auch der wirtschaftlichen Entwicklung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber