Die Untersuchungshaft gegen den Verdächtigen im Fall der vergifteten Hipp-Babynahrung ist bis zum 2. November verlängert worden. Nach Angaben des Landesgerichts im österreichischen Eisenstadt besteht weiterhin dringender Verdacht wegen Erpressung, schwerer Körperverletzung und Urkundenfälschung.
Das Gericht begründete die Verlängerung damit, dass nach wie vor Fluchtgefahr sowie das Risiko weiterer Straftaten bestehe. Zunächst hatte die österreichische Nachrichtenagentur APA darüber berichtet.
Der Mann war bereits Anfang Mai festgenommen worden und befindet sich seither in Eisenstadt in Haft. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen früheren Mitarbeiter von Hipp aus dem bayerischen Pfaffenhofen. Ihm wird vorgeworfen, Gläschen mit Gift versetzt und in Supermärkten ausgelegt zu haben, um den Babykosthersteller unter Druck zu setzen.
Verteidigung weist Vorwürfe zurück
Der Anwalt des Verdächtigen bestreitet die Anschuldigungen. Laut APA habe sein Mandant bislang lediglich eingeräumt, Gehaltsnachweise für einen Bankkredit gefälscht zu haben.
Insgesamt wurden fünf belastete Gläschen in Geschäften rund um Eisenstadt sowie in der Slowakei und in Tschechien entdeckt. Produkte aus dem deutschen Hipp-Sortiment waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen.
In dem in Eisenstadt gefundenen Glas wurde eine nicht tödliche Menge Gift festgestellt. Für kleine Kinder hätte diese jedoch leichte Blutungen verursachen können. Am Wohnort des Verdächtigen stellten Ermittler zudem Rattengift sicher, das nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit der in Eisenstadt entdeckten Substanz vergleichbar sein soll.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber