Teilweiser Erfolg für Anklage und Verteidigung im Fall Luigi Mangione
Mehr als ein Jahr nach der tödlichen Attacke auf den Chef eines US-Krankenversicherers in New York hat ein Richter über zentrale Beweismittel entschieden. Richter Gregory Carro ließ eine Schusswaffe und ein Notizbuch zu, die im Rucksack des angeklagten Luigi Mangione entdeckt worden waren.
Andere Gegenstände dürfen im Prozess dagegen nicht verwendet werden. Dazu zählen nach dem Beschluss unter anderem ein Mobiltelefon, ein Reisepass und ein Portemonnaie. Auch von den Äußerungen, die der heute 28-Jährige am Tag seiner Festnahme im Bundesstaat Pennsylvania machte, soll nur ein Teil vor Gericht zugelassen werden.
Zur Begründung verwies das Gericht darauf, dass der Rucksack ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss durchsucht worden sei. Zudem sei Mangione nicht ausreichend über seine Rechte belehrt worden.
Entscheidung bringt beiden Seiten einen Teilerfolg
Damit kann sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft die Entscheidung teilweise als Erfolg verbuchen. Die Anwälte Mangiones hatten beantragt, mehrere Beweisstücke auszuschließen. Die Anklage hatte sich hingegen für deren Verwendung eingesetzt.
Mangione wird vorgeworfen, am 4. Dezember 2024 den United-Healthcare-Chef Brian Thompson in Manhattan gezielt erschossen zu haben. Der 50-Jährige war in der Nähe des Times Square aus kurzer Distanz niedergeschossen worden und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Tat sorgte international für Schlagzeilen
Der Fall erregte weltweit Aufsehen. Bilder von Überwachungskameras und die anschließende öffentliche Fahndung machten die Tat international bekannt. Der Schütze flüchtete zunächst mit einem Fahrrad und entkam zunächst. Fünf Tage später wurde Mangione in einem Fast-Food-Restaurant in Altoona im Bundesstaat Pennsylvania als Verdächtiger festgenommen.
Nach der Tat hatte es in den USA ungewöhnlich viel Zuspruch für den mutmaßlichen Täter gegeben. Hintergrund ist die große Unzufriedenheit vieler Menschen mit dem teuren Gesundheitssystem des Landes.
Neben dem Verfahren auf Bundesebene laufen gegen Mangione auch separate Strafverfahren in den Bundesstaaten New York und Pennsylvania. Eine Richterin hat die Möglichkeit der Todesstrafe bereits ausgeschlossen, obwohl diese zuvor von der früheren US-Justizministerin Pam Bondi gefordert worden war.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion