Angeklagte im Fall Fabian weist Vorwürfe zurück
Im Mordprozess um den getöteten Fabian hat die angeklagte Frau vor dem Landgericht Rostock erklärt, sie sei niemals in der Wohnung des Kindes gewesen. Die 30-Jährige sagte, sie kenne die Wohnung nicht und wisse auch nicht, in welchem Stockwerk Fabian gemeinsam mit seiner Mutter gelebt habe. Wenn sie den Jungen abgeholt habe, habe sie im Auto an der Straße gewartet. Seit seiner Einschulung im Jahr 2023 sei Fabian zudem „fast gar nicht mehr“ bei ihr und seinem Vater gewesen.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll die Frau den achtjährigen Jungen am 10. Oktober 2025 aus seiner Wohnung in Güstrow gelockt haben. Anschließend soll sie ihn an einem Teich bei Klein Upahl, rund 15 Kilometer südlich der Stadt, mit einem Messer getötet und den Leichnam danach angezündet haben. Als mögliches Motiv sieht die Anklage die Beziehung der Frau zu Fabians Vater sowie eine zwischenzeitliche Trennung. Die Angeklagte bestreitet jedoch, etwas mit der Tat zu tun zu haben.
Das Verfahren stößt auf außergewöhnlich großes öffentliches Interesse. Vor dem Rostocker Landgericht bildete sich eine lange Warteschlange von Menschen, die die Verhandlung verfolgen wollten. Die ersten Zuschauer sollen sich bereits kurz nach 2 Uhr nachts angestellt haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber