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Deutsche Staatsanwältin stirbt plötzlich in Istanbul

Nach tagelanger Übelkeit stirbt eine deutsche Urlauberin in Istanbul – warum Behörden jetzt von einem verdächtigen Fall ausgehen.

29.09.2026, 16:16 Uhr

Eine deutsche Urlauberin ist nach tagelanger Übelkeit in einem Krankenhaus in Istanbul gestorben. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden Ermittlungen aufgenommen, nachdem ein Arzt den Todesfall als verdächtig eingestuft hatte. Zuvor hatte bereits der „Spiegel“ über den Fall berichtet.

Ermittlungen zur Todesursache dauern an

Die Frau, die in Deutschland als Staatsanwältin tätig war, war Anadolu zufolge Mitte September gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Istanbul gereist. Das Paar bezog demnach eine Wohnung im europäischen Randbezirk Silivri.

Nachdem die Urlauberin vier Tage lang unter Erbrechen gelitten hatte, suchte sie am 13. September die Notaufnahme eines örtlichen Krankenhauses auf. Dort verschlechterte sich ihr Zustand plötzlich erheblich. Trotz aller Bemühungen des medizinischen Personals starb sie kurze Zeit später. Die Ermittlungen zur genauen Todesursache dauern weiterhin an.

Erinnerung an früheren Vergiftungsfall in Istanbul

Der Fall weckt Erinnerungen an ein Unglück aus dem vergangenen Jahr, bei dem vier Mitglieder einer Hamburger Familie nach einer Reise nach Istanbul ums Leben kamen. Auch damals hatten die Betroffenen zunächst über starkes Erbrechen geklagt. Kurz hintereinander starben beide Eltern sowie ihre zwei Kleinkinder.

Ein später erstelltes medizinisches Gutachten ergab, dass die Familie an einer Pestizidvergiftung gestorben war. Die giftigen Stoffe waren demnach bei Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Hotel eingesetzt worden. In der Folge wurden unter anderem der Hotelbetreiber und der Inhaber der beauftragten Schädlingsbekämpfungsfirma wegen bewusster fahrlässiger Tötung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der damalige Fall hatte in der Türkei eine Debatte über mögliche Mängel bei staatlichen Kontrollen im Umgang mit Pestiziden ausgelöst.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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