Nach dem schweren Unfall auf dem Gelände eines Verpackungsunternehmens im Nordwesten der USA gehen die Rettungskräfte inzwischen nicht mehr davon aus, noch Überlebende zu finden. Es gehe nun nicht mehr um Rettung, sondern um die Bergung der Vermissten, erklärte der örtliche Feuerwehrchef Scott Goldstein. Bislang wurden zwei Tote bestätigt, neun weitere Menschen gelten weiterhin als vermisst.
Sieben verletzte Beschäftigte werden nach Angaben der Einsatzleitung noch im Krankenhaus behandelt. Ein Feuerwehrmann konnte inzwischen nach Hause zurückkehren. Washingtons Gouverneur Bob Ferguson sagte, man müsse sich darauf einstellen, dass es sich um das schwerste Industrieunglück in der modernen Geschichte des Bundesstaates handeln könnte.
Tank drohte einzustürzen
Auslöser des Unglücks war am Dienstag ein riesiger Tank mit Weißlauge, der auf dem Werksgelände platzte. Die Firma produziert Kartonverpackungen für Flüssigkeiten. Nach Angaben der Feuerwehr fasste der Behälter mehr als 3,4 Millionen Liter.
Die Arbeiten am Unglücksort verliefen zunächst nur langsam, weil der Tank als einsturzgefährdet eingestuft wurde. Inzwischen stellte sich jedoch heraus, dass sich weniger Restflüssigkeit darin befindet als zunächst angenommen. Dadurch könne die Bergung nun mit großer Vorsicht fortgesetzt werden.
Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, müssen die Opfer zunächst dekontaminiert werden, bevor sie an die Gerichtsmedizin übergeben werden können. Nähere Informationen zu den Betroffenen sollen erst veröffentlicht werden, wenn alle Angehörigen informiert worden sind.

Chemikalie gelangte in den Columbia River
Das Werksgelände liegt unmittelbar am Columbia River, der die Bundesstaaten Washington und Oregon voneinander trennt. Nach Angaben der Feuerwehr ist bei dem Unfall ein Teil der Weißlauge in den Fluss gelangt. Wasserproben hätten erhöhte Werte bestätigt.
Bislang gebe es jedoch keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung oder die Luftqualität.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion