Kurz nach ihrer Rückkehr aus den USA nach Großbritannien haben Prinz Harry und Herzogin Meghan für ihre Kinder offenbar erneut einen Schulwechsel veranlasst. Darüber berichten mehrere Medien übereinstimmend. Demnach fiel die Entscheidung schon wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahres aus Sicherheitsgründen. Ein Sprecher der Familie erklärte laut dem britischen Magazin Hello! und dem US-Magazin People, der Schritt sei auf Anraten des privaten Sicherheitsteams des Paares erfolgt.
Prinz Archie (7) und Prinzessin Lilibet (5) sollen demnach nur zwei Tage an ihrer neuen Schule verbracht haben, bevor ihre Eltern reagierten. Nicht die Schule selbst habe Anlass zur Sorge gegeben, sondern der tägliche Weg dorthin. Vor allem die lange Strecke vom Wohnort der Familie und das Pendeln im dichten Berufsverkehr seien laut den Berichten als Sicherheitsrisiko eingestuft worden.
Wie der Telegraph berichtet, hatte das Sicherheitsteam die Schule zwar bereits in den Ferien geprüft. Ein realistischer Test der täglichen Abläufe sei aber erst nach Unterrichtsbeginn möglich gewesen. Dabei seien dann rasch Zweifel aufgekommen. So sollen die Leibwächter mindestens einmal Schwierigkeiten gehabt haben, dem Auto mit den Kindern im Konvoi zu folgen. Zudem gelte ausreichender Schutz im stockenden Verkehr als kaum gewährleistet. Hinzu komme die Sorge, dass jemand mit kriminellen Absichten eine täglich wiederkehrende Fahrtroute leicht ausnutzen könnte.
Nach den aktuellen Berichten haben Archie und Lilibet inzwischen bereits einen Schnuppertag an einer anderen Schule in der Region absolviert. People zufolge wurde Harry dort schon auf dem Campus gesehen. Außerdem sollen der Herzog und die Herzogin von Sussex bereits in eine WhatsApp-Elterngruppe aufgenommen worden sein.
Neue Spannungen nach der Rückkehr?
Harry (42) und Meghan (45) waren erst Ende August gemeinsam mit ihren Kindern und Hunden nach Großbritannien zurückgekehrt. Berichten zufolge ließ sich die Familie in den Cotswolds westlich von London nieder. Offiziell bestätigt wurde das bislang nicht. Die Sussexes geben grundsätzlich nur wenig aus ihrem Privatleben preis. Allerdings veröffentlichte Meghan am Wochenende ein Instagram-Video, das offenbar Eindrücke englischer Landidylle zeigt: die Kinder beim Angeln mit Harry, Spaziergänge im Wald und Lilibet beim Radfahren mit Stützrädern.
Seit ihrem Rückzug aus dem engeren Kreis der Royals Anfang 2020 leben Harry und Meghan eigentlich in Kalifornien. Das Verhältnis zur Königsfamilie gilt seither als belastet. Zwar soll es zuletzt wieder etwas Annäherung zwischen Harry und König Charles III. (77) gegeben haben, doch insbesondere das Verhältnis zu Prinz William (44) gilt weiterhin als schwer beschädigt.
Medien spekulieren nun, dass die jüngsten Entwicklungen auch den zuletzt verbesserten Draht zum König wieder belasten könnten. Charles III. hatte vor Kurzem mitteilen lassen, dass Harry und Meghan weiterhin keine working royals seien und damit keine offiziellen Aufgaben für das Königshaus übernehmen. Aus dem Umfeld des Paares hieß es anschließend, beide seien über das Schreiben des Königs nicht rechtzeitig informiert worden und deshalb „ein bisschen überrascht“ gewesen – eine Formulierung, die in Großbritannien meist als deutlicher Unmut verstanden wird.
Personenschutz wird zum Politikum
Die ungewöhnlich offene Mitteilung aus dem Palast könnte mit Beratungen eines Gremiums zusammenhängen, das sich in der vergangenen Woche mit einem möglichen Anspruch des Paares auf polizeilichen Personenschutz befasst haben soll. Britische Medien erwarten, dass das Ergebnis der Prüfung schon sehr bald bekannt gegeben wird.
Im Kern geht es um die Frage, ob nach der Rückkehr von Harry und Meghan nach Großbritannien die britischen Steuerzahler für ihren persönlichen Schutz aufkommen sollen – oder eben nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber