„The Pitt“ erneut als beste Dramaserie geehrt – „Widow’s Bay“ räumt mit Rekordzahl an Emmys ab
Die in Echtzeit erzählte Krankenhausserie „The Pitt“ ist bei der Emmy-Gala in Los Angeles zum zweiten Mal in Folge als beste Dramaserie des Jahres ausgezeichnet worden. Damit setzte sich die Produktion unter anderem gegen „Pluribus – Glück ist ansteckend“ und „Diplomatische Beziehungen“ durch.
Bereits im vergangenen Jahr hatte „The Pitt“ den wichtigsten Preis in der Drama-Kategorie gewonnen. Diesmal ging die gefeierte Serie mit 25 Nominierungen ins Rennen und kam am Ende auf sechs Emmys.
In Deutschland ist die Serie beim Streamingdienst HBO Max zu sehen. Die Handlung spielt in der Notaufnahme eines erfundenen Krankenhauses in der US-Stadt Pittsburgh. Gelobt wird die Produktion vor allem für ihre menschlich geprägte Geschichte und die feinfühlige Zeichnung ihrer Figuren. „Wir sind Entertainer. Wir bringen euch zum Lachen, wir bringen euch zum Weinen und manchmal lassen wir euch auch angeekelt wegschauen“, sagte Serienschöpfer R. Scott Gemmill in seiner Dankesrede.
Auch in der Comedy-Sparte gab es bei der Gala einen klaren Sieger: Die Horror-Comedyserie „Widow’s Bay“ wurde als beste Comedyserie des Jahres ausgezeichnet. Die bislang einzige Staffel setzte sich unter anderem gegen „Abbott Elementary“, „The Bear: King of the Kitchen“, „Hacks“ und „Only Murders in the Building“ durch.
„Widow’s Bay“ war mit 19 Nominierungen ins Rennen gegangen und gewann am Ende 14 Emmys. Damit stellte die Serie einen neuen Rekord in der Comedy-Kategorie auf: Noch nie zuvor gewann eine Comedyserie in einem einzigen Emmy-Jahr so viele Auszeichnungen. Übertroffen wurde damit der erst im vergangenen Jahr von der Hollywood-Satire „The Studio“ mit 13 Preisen aufgestellte Bestwert. Zu sehen ist „Widow’s Bay“ bei Apple TV.
Die Serie spielt auf einer erfundenen Insel an der Ostküste der USA. Dort versucht der Bürgermeister, das angeschlagene Image seiner Heimat aufzupolieren. Zugleich sind einige langjährige Bewohner überzeugt, dass auf der Insel ein Fluch lastet.
Neben dem Hauptpreis als beste Comedyserie gewann „Widow’s Bay“ unter anderem auch Emmys für Drehbuch und Regie. Außerdem wurden Matthew Rhys als bester Hauptdarsteller sowie Stephen Root und Kate O’Flynn als beste Nebendarsteller ausgezeichnet.
Für Apple TV bedeutete der Erfolg einen besonderen Meilenstein: Der Anbieter kam insgesamt auf 28 Emmys und war damit erstmals der erfolgreichste Streamingdienst bzw. Anbieter des Abends.
Serienschöpferin Katie Dippold kündigte in einer ihrer Dankesreden scherzhaft an, sie werde ihre Emmy-Trophäe gut sichtbar im Haus platzieren. „Es tut mir leid, aber das wird jetzt meine gesamte Persönlichkeit dominieren“, witzelte sie. Hauptdarsteller Matthew Rhys stellte zudem einen weiteren Rekord auf: Er gewann bei derselben Gala auch für seine Hauptrolle in der Netflix-Miniserie „The Beast in Me“ und holte damit als erster Schauspieler zwei Emmy-Hauptrollenpreise an einem Abend.
Vergleichsweise enttäuschend verlief der Abend für „Hacks“. Die fünfte Staffel war mit 24 Nominierungen so oft nominiert wie nie zuvor eine Comedy-Staffel in der Emmy-Geschichte, gewann letztlich aber nur zwei Preise. Immerhin sicherte sich Jean Smart für ihre Hauptrolle ihre achte Emmy-Auszeichnung. Ebenso auf acht Emmys kam Allison Janney, die für „Diplomatische Beziehungen“ gewann. Beide ziehen damit mit Cloris Leachman und Julia Louis-Dreyfus gleich.
Moderiert wurde die inzwischen 78. Emmy-Verleihung von US-Schauspielerin Mariska Hargitay. Sie hielt sich weitgehend aus der Politik heraus, eröffnete die Gala mit einer musikalischen Einlage und war später auch in einem vorproduzierten Sketch mit Taylor Swift zu sehen. Swift selbst erschien allerdings nicht zur Preisverleihung.
Auch viele Dankesreden blieben eher unpolitisch. Alan Cumming rief die US-Amerikaner allgemein dazu auf, wählen zu gehen. Vince Gilligan, Autor von „Pluribus – Glück ist ansteckend“, warb für mehr gegenseitigen Respekt. „Wir werden uns nie auf alles einigen können, aber wir können uns gegenseitig Respekt zeigen“, sagte er.
Insgesamt sechs Emmys gewann auch die Late-Night-Show von Stephen Colbert, darunter einen während der Live-Gala. Obwohl seine Sendung von CBS abgesetzt wurde, nutzte Colbert seine Rede nicht für politische Angriffe, sondern vor allem für den Dank an sein Team.
Einen Ehren-Emmy erhielt der an Parkinson erkrankte Schauspieler Michael J. Fox. Zudem wurde bei der Gala verstorbenen Fernsehmachern und Schauspielern gedacht. Für Aufsehen sorgte im Publikum unter anderem Megan Stalter, die als Emmy-Trophäe verkleidet erschien.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber