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WMO warnt: Hitzerekord schon 2027?

2024 war Rekordhitze – doch laut WMO könnte 2027 alles toppen. Warum ausgerechnet El Niño jetzt zum Klima-Treiber wird.

28.05.2026, 06:00 Uhr

WMO: Neuer globaler Temperaturrekord in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich

Das Jahr 2024 war weltweit das wärmste seit Beginn der Messungen. Nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) dürfte dieser Höchstwert jedoch nicht lange Bestand haben. Wie die Organisation in Genf mitteilte, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 86 Prozent, dass mindestens eines der Jahre zwischen 2026 und 2030 noch heißer ausfällt. 2024 lag die globale Durchschnittstemperatur etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau der Jahre 1850 bis 1900.

Bereits 2027 könnte ein neuer Spitzenwert erreicht werden. Die WMO verweist dabei auf Leon Hermanson vom britischen Wetterdienst Met Office. Demnach wird gegen Ende des Jahres 2026 mit einem El-Niño-Ereignis gerechnet, was die Chancen erhöht, dass 2027 zum nächsten Rekordjahr wird.

El Niño ist ein natürliches Klimamuster, das in mehrjährigen Abständen auftritt. Dabei steigen die Wassertemperaturen im Pazifik vor der Westküste Südamerikas. Das kann in Teilen Mittel- und Südamerikas sowie in Regionen Zentralafrikas stärkere Niederschläge auslösen. Gleichzeitig nehmen in Australien, Südostasien und im südlichen Afrika die Risiken für Trockenheit zu. In Europa gelten die unmittelbaren Folgen hingegen als vergleichsweise gering.

Temperaturen weiter auf hohem Niveau

Laut dem Bericht dürfte die globale bodennahe Lufttemperatur im laufenden sowie in den drei folgenden Jahren im Mittel zwischen 1,3 und 1,9 Grad über dem vorindustriellen Wert liegen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 91 Prozent wird demnach mindestens eines dieser Jahre – wie bereits 2024 – über der Marke von 1,5 Grad liegen, die im Pariser Klimaabkommen als wichtige Schwelle genannt wird.

Darüber hinaus sehen die Fachleute es als wahrscheinlich an, dass sogar der gesamte Zeitraum von 2026 bis 2030 im Durchschnitt oberhalb dieser 1,5-Grad-Marke liegt. Die Wahrscheinlichkeit dafür beziffert die WMO auf 75 Prozent. Allerdings gilt das Pariser Klimaziel nach der gängigen Definition erst dann als dauerhaft verfehlt, wenn der Temperaturanstieg im Mittel über einen Zeitraum von 20 Jahren oberhalb dieses Werts liegt.

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 hat das Ziel, die vom Menschen verursachte Erderwärmung durch geringere Treibhausgasemissionen zu begrenzen und so besonders schwere Folgen des Klimawandels abzuschwächen. Für den aktuellen WMO-Bericht wurden Vorhersagen von 13 Forschungseinrichtungen ausgewertet, darunter auch Daten des Deutschen Wetterdienstes.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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