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Warum Nagel in Neapel so hemmungslos feiert

Erst Rest-Sekt, jetzt die große Nobel-Party: Medizin-Preisträger Georg Nagel feiert in Neapel – und diese Gäste sind dabei.

06.10.2026, 13:45 Uhr

Georg Nagel will Nobel-Erfolg in Neapel feiern

Der künftige Medizin-Nobelpreisträger Georg Nagel plant, seinen Erfolg an diesem Mittwoch mit Freunden und Verwandten in der Altstadt von Neapel zu feiern. Wie der 73-Jährige erklärte, könnten rund 70 Gäste zusammenkommen. Einen großen Anteil daran habe seine Frau gehabt: Sie sei völlig begeistert gewesen und habe nach der Nachricht vom Karolinska-Institut in Stockholm sofort viele Bekannte in Neapel informiert. Nagel selbst sagte, er sei nicht aus allen Wolken gefallen, habe sich aber sehr über die Auszeichnung gefreut.

Bereits kurz nach der Bekanntgabe stieß er im Familienkreis mit übrig gebliebenem Sekt an, der noch von der Geburtstagsfeier seiner Tochter vorhanden war. Dazu gab es Caprese-Kuchen, eine Spezialität mit Schokolade und Mandeln, die von einer Verwandten gebacken wurde. Nagel bemerkte schmunzelnd, dass der Anruf mit der Nobel-Nachricht erst nach dem Fest seiner Tochter kam – sonst hätte er ihr womöglich noch die Feier überschattet.

Forschung zu Licht und Nervenzellen

Nagel stammt aus Weingarten in Württemberg und lebt sowie arbeitet seit vielen Jahren in Würzburg. Zuletzt war er dort als Seniorprofessor am Physiologischen Institut der Julius-Maximilians-Universität tätig. Geehrt wird er gemeinsam mit dem Deutschen Peter Hegemann und dem US-Forscher Karl Deisseroth für wegweisende Arbeiten zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik.

Hegemann und Nagel identifizierten das Protein Kanalrhodopsin, das Zellen lichtempfindlich macht. Deisseroth brachte das entsprechende Gen später in Nervenzellen von Ratten ein und konnte diese dadurch gezielt mit Licht aktivieren.

Nobelpreis für Medizin 2026 - Georg Nagel
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr unter anderem an Georg Nagel. Quelle: Robert Emmerich/Universität Würzburg /dpa

Weiterhin aktiv – mit Abstecher nach Würzburg

Auch in Zukunft will Nagel nicht kürzertreten. Der Universität in Würzburg möchte er verbunden bleiben, zugleich aber viel reisen und an Symposien sowie wissenschaftlichen Konferenzen teilnehmen. In den Wintermonaten hält er sich überwiegend in Italien auf. Dennoch will er gelegentlich in Würzburg vorbeischauen – auch um nach dem Rechten zu sehen, ob das Haus noch steht und was sich inzwischen an Strafzetteln oder Rechnungen im Briefkasten angesammelt hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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