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Tödliche «hirnfressende Amöbe»: Mexiko sperrt Seen

Tödlicher Parasit in Yucatán: Nach einem Todesfall wurden sechs Badeseen gesperrt – die seltene Infektion endet fast immer tödlich.

16.10.2026, 04:05 Uhr

Nach dem Tod eines Mannes infolge einer seltenen Infektion mit einer sogenannten hirnfressenden Amöbe haben die Behörden im mexikanischen Bundesstaat Yucatán sechs künstlich angelegte Seen geschlossen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Alberto Alcocer wurden in sechs von neun untersuchten Gewässern in der Stadt Mérida Einzeller der Gattung Naegleria entdeckt. Zu dieser Gruppe gehört auch der besonders gefährliche Erreger Naegleria fowleri.

Ein 34-jähriger Mann war bereits im September an einer durch Naegleria fowleri ausgelösten Infektion des Gehirns gestorben. Er arbeitete als Wasserskilehrer an einem der künstlichen Seen, in dem der Erreger festgestellt wurde. Sämtliche betroffenen Seen dienen normalerweise der Freizeitnutzung.

Yucatán auf der gleichnamigen Halbinsel im Südosten Mexikos zählt auch bei deutschen Urlaubern zu den beliebten Reisezielen. Bekannt ist die Region unter anderem für die Maya-Stätte Chichén Itzá sowie für die sogenannten Cenoten, natürliche Süßwasserbecken. Die nun verhängten Maßnahmen betreffen jedoch ausschließlich künstliche Seen in Mérida; eine allgemeine Schließung natürlicher Badegewässer wurde bislang nicht gemeldet.

Parasit lebt vor allem in warmem Wasser

Infektionen mit Naegleria fowleri sind äußerst selten, enden jedoch fast immer tödlich. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kommt der Organismus vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor.

Der Parasit vermehrt sich hauptsächlich in warmen Gewässern. Beim Schwimmen kann er über die Nase in den Körper gelangen und von dort ins Gehirn vordringen. Dort kann er schwere Entzündungen der Hirnhäute verursachen, die häufig in ein Koma und schließlich zum Tod führen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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