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Warum die Mehlschwalbe 2027 gewinnt

Sie kündigt den Sommer an – doch 2027 wird die Mehlschwalbe plötzlich zum Symbol eines Problems, das auch sie bedroht.

15.10.2026, 11:40 Uhr

Die Mehlschwalbe ist zum „Vogel des Jahres“ 2027 gewählt worden. Bei der Online-Abstimmung erhielt sie laut Nabu und LBV rund 45 Prozent der Stimmen und lag damit klar vor den anderen Kandidaten. Auf Platz zwei kam der Trauerschnäpper, dahinter folgten Kolkrabe, Wasseramsel und Kranich.

An der diesjährigen Wahl im Internet beteiligten sich mehr als 148.500 Menschen. Die Auszeichnung wird von den beiden Naturschutzverbänden seit über 50 Jahren vergeben, um auf den Schutz heimischer Vogelarten aufmerksam zu machen. Seit 2021 kann die Bevölkerung online mitentscheiden, wobei Nabu und LBV jeweils fünf Arten zur Auswahl stellen.

Bedrohter Gebäudebrüter

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) gilt in Deutschland als gefährdet. Zum Zeitpunkt ihrer Ernennung war sie allerdings gar nicht im Land: Den Winter verbringt die etwa 13 bis 15 Zentimeter große Art in Afrika südlich der Sahara. Erst im April kehren die Tiere zurück, um hierzulande in Kolonien zu brüten. Ihre typischen runden Nester aus Lehm bauen sie unter Dachvorsprüngen, an Fassaden oder in Felsnischen.

Nach Angaben von Nabu und LBV fehlt es der Mehlschwalbe jedoch immer häufiger an geeigneten Nistmöglichkeiten, vor allem an modernen Gebäuden. Hinzu kommt, dass Nester teils unerlaubt entfernt und die Vögel vertrieben werden. Auch der Rückgang von Insekten setzt der Art zunehmend zu.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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