SpaceX bringt Starship bei besonderem Testflug erstmals in die Erdumlaufbahn – Rückkehr deutlich früher als geplant
Die gewaltige Starship-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX hat bei einem weiteren wichtigen Test erstmals eine Umlaufbahn um die Erde erreicht. Das bislang größte gebaute Raketensystem hob am Montagmorgen Ortszeit vom Weltraumbahnhof Starbase im US-Bundesstaat Texas ab.
Eigentlich war eine rund zehn Stunden lange Mission geplant, bei der Starship in eine Erdumlaufbahn gelangen und den Planeten etwa sechs Mal umrunden sollte. Nach Angaben von SpaceX gelang das Einlenken in den Orbit wie vorgesehen. Die Rakete befand sich demnach in einer Höhe von rund 275 Kilometern über der Erde.
Rund eine Stunde nach dem Start kündigte das Unternehmen jedoch an, Starship schon nach etwa drei Stunden im All und damit deutlich früher als ursprünglich geplant wieder zur Erde zurückholen zu wollen. Einen Grund nannte SpaceX zunächst nicht. Die Oberstufe ging anschließend kontrolliert im Pazifik nieder und stürzte dabei in einem Flammenball ab.
Erstmals wurden bei diesem Flug zudem Starlink-Satelliten ausgesetzt. Laut SpaceX sollten die neuen V3-Satelliten nach dem Aussetzen ihre Antennen und Solarpaneele entfalten und anschließend Kontakt zur Erde sowie zu anderen Starlink-Satelliten aufnehmen. Den ersten Informationen zufolge funktionierte auch dieser Teil der Mission zunächst weitgehend planmäßig. Bei früheren Tests war das Aussetzen nur simuliert, aber nicht tatsächlich durchgeführt worden.
Größer als die Freiheitsstatue
Es handelte sich um den 14. Testflug des Starship-Systems. Die Rakete ist höher als die Freiheitsstatue in New York und setzt sich aus zwei Stufen zusammen, die sich nach dem Start trennen: dem rund 70 Meter langen Booster Super Heavy und der etwa 50 Meter langen Oberstufe, die ebenfalls den Namen Starship trägt.
Beide Komponenten sind für eine Wiederverwendung nach der Rückkehr zur Erde ausgelegt. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant, mit Starship künftig Astronauten zum Mond zu bringen. SpaceX verfolgt darüber hinaus langfristig das Ziel, bemannte Missionen zum Mars zu ermöglichen.
Der erste Test des Systems fand im April 2023 statt und endete bereits nach wenigen Minuten mit einer Explosion. Bei späteren Flügen erreichte die Oberstufe jedoch das All und setzte auch schon zu einer kontrollierten Landung im Indischen Ozean an. Andere Testmissionen blieben wiederum deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber