Bayern

Trauer, Krisen, Neustart: So beginnt das Wintersemester

Bayerns Hochschulen starten ins Semester: Wo du überall studieren kannst, welche Fächer überraschen – und was kaum jemand weiß.

26.09.2026, 12:41 Uhr

Wintersemester startet: Bayerns Hochschulen öffnen wieder ihre Türen

Am 1. Oktober beginnt an den Hochschulen im Freistaat das Wintersemester. Wissenschaftsminister Markus Blume (CDU) sprach davon, dass damit erneut „ganz Bayern zum Campus“ werde – und betonte, dass Studieren keine Frage des Alters sei. Im vergangenen Wintersemester waren demnach 127 Studierende noch keine 18 Jahre alt, während 67 immatrikulierte Personen älter als 75 Jahre waren. Für Blume ist das ein Beleg dafür, dass Wissensdurst in jeder Lebensphase vorhanden ist.

Wie viele Menschen studieren in Bayern?

Aktuelle Zahlen für das kommende Wintersemester gibt es noch nicht. Einen Eindruck vermittelt jedoch das Wintersemester 2025/26: Damals waren 401.154 Menschen an bayerischen Hochschulen eingeschrieben. Damit sank die Zahl der Studierenden erstmals seit einem Jahrzehnt – und zwar um 2,1 Prozent. Als Hauptgrund gilt die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium, durch die es deutlich weniger Studienanfänger gab.

In welchen Städten ist ein Studium möglich?

Studieren ist in Bayern längst nicht nur in München oder Erlangen-Nürnberg möglich. Insgesamt gibt es Hochschulstandorte in 28 Städten. Das Angebot reicht von Amberg über Benediktbeuern und Deggendorf bis nach Fürth, Ismaning und Kempten sowie von Landshut über Münchberg, Neu-Ulm und Neubiberg bis nach Rosenheim, Straubing und Würzburg.

Welche Hochschularten gibt es?

Die Hochschullandschaft im Freistaat ist breit aufgestellt. Dazu zählen klassische Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit starkem Praxisbezug sowie Kunsthochschulen, die sich auf Bereiche wie Bildende Kunst, Film, Theater oder Musik konzentrieren. Neben staatlichen Einrichtungen bestehen auch private und kirchliche Hochschulen. Besonders bekannt sind die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Evangelische Hochschule Nürnberg.

Haupteingang der Technischen Universität München
Die Technische Universität München (TUM) ist die größte Universität in Bayern. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Welche Hochschulen sind besonders außergewöhnlich?

In München gibt es gleich mehrere Einrichtungen, die aus dem üblichen Rahmen fallen: die Universität der Bundeswehr, die Hochschule für Philosophie in Trägerschaft des Jesuitenordens sowie die Ukrainische Freie Universität. Letztere ist nach Angaben des Ministeriums die einzige Hochschule außerhalb der Ukraine, die auf Ukrainisch – daneben auch auf Deutsch und Englisch – lehrt und akademische Grade bis zur Habilitation vergeben darf.

Eine besondere Ausrichtung haben außerdem die Hochschulen für evangelische und katholische Kirchenmusik in Bayreuth und Regensburg. Die größte Universität Bayerns ist die Technische Universität München. Die kleinste und zugleich jüngste ist die erst fünf Jahre alte Technische Universität Nürnberg.

Welche Studiengänge gibt es?

Das Studienangebot ist breit und reicht weit über die bekannten Klassiker hinaus. Neben traditionellen Fächern finden sich zahlreiche spezialisierte und teils ungewöhnliche Studiengänge. Beispiele dafür sind Digitale Denkmaltechnologien, autonomes Fahren, Internationales Management für Spitzensportler, Theater als Soziale Arbeit, Wehrtechnik, Wirtschaftskriminalistik oder auch der interdisziplinäre Studiengang „Perimortale Wissenschaften: Sterben, Tod und Trauer“.

Welche neuen Fächer kommen hinzu?

Neue gesellschaftliche und technische Entwicklungen schlagen sich auch im Studienangebot nieder. Zum Wintersemester starten unter anderem erstmals die Studiengänge „Bevölkerungsschutz“ in Deggendorf, „Health and Engineering“ in Augsburg sowie „Künstliche Intelligenz und Robotik“ in Würzburg.

Welche Entwicklungen stechen sonst hervor?

Besonders stark gewachsen ist in den vergangenen zehn Jahren die Informatik: Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich hat sich mehr als verdoppelt. Im vergangenen Wintersemester waren es laut Wissenschaftsministerium mehr als 26.500.

Zugleich erreicht die Zahl der Medizinstudierenden zum neuen Wintersemester einen Höchststand von mehr als 20.000. Unangefochten an der Spitze bleibt jedoch ein anderes Fach: Betriebswirtschaftslehre ist weiterhin der beliebteste Studiengang in Bayern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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