Lothar Matthäus hätte bei der umfangreichen Kaderrotation von Bundestrainer Jürgen Klopp nicht auf DFB-Kapitän Joshua Kimmich verzichtet. In seiner Sky-Kolumne betonte der Rekordnationalspieler, Kimmich sei nicht nur Anführer der 22 Profis des ersten Aufgebots, sondern auch eine wichtige Bezugsperson für jene Spieler, die sich anschließend in Herzogenaurach versammelt haben.
Nach Ansicht von Matthäus hätte Kimmich in allen vier Nations-League-Partien zum Kader gehören sollen, damit vor allem die Neulinge ihn besser kennenlernen können. Der Kapitän trage neben dem Trainer eine besondere Verantwortung für das Team. Kimmich sei unabhängig davon, ob er trainiere oder spiele, stets mit voller Intensität dabei. Für Matthäus ist er seit Jahren der klare Führungsspieler der Nationalmannschaft.
Kimmich hätte lieber weitergemacht
Kimmich, 31 Jahre alt, verließ das DFB-Team nach dem 0:1 gegen Griechenland in Augsburg. Der Bayern-Profi sagte, er wäre gerne bei der Mannschaft geblieben, könne aber nachvollziehen, dass der Trainer weitere Spieler genauer sehen wolle.
Klopp hatte für die ersten vier Begegnungen in der Nations League zwei verschiedene Kader zusammengestellt. Die erste Auswahl kam am vergangenen Donnerstag in Amsterdam zu einem 1:1 gegen die Niederlande und verlor am Sonntag gegen Griechenland.
Am Donnerstag trifft Deutschland in München auf Serbien, ehe am Sonntag in Thessaloniki erneut das Duell mit Griechenland ansteht. Dabei setzt Klopp seine Sichtung mit dem zweiten Aufgebot fort.

Trotz seiner Kritik am Verzicht auf Kimmich hält Matthäus den grundsätzlichen Ansatz mit zwei verschiedenen Kadern für richtig. Er machte deutlich, dass er Klopps Vorgehen insgesamt nachvollziehen könne.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber