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Rettung für Ökosysteme? Warum jetzt jede Minute zählt

UN-Bericht: Moore retten, Wälder pflanzen – und Millionen Jobs schaffen. Doch wie weit ist die Welt wirklich?

29.10.2026, 07:01 Uhr

Fortschritte bei der Wiederherstellung geschädigter Naturflächen

Beim Schutz und der Erholung zerstörter Ökosysteme gibt es weltweit erste Erfolge. Nach Angaben des UN-Umweltprogramms UNEP befinden sich in 149 Staaten inzwischen Flächen von insgesamt 252 Millionen Hektar in Regeneration. Das entspricht 2,52 Millionen Quadratkilometern. Zudem seien durch entsprechende Maßnahmen mehr als eine Million umweltbezogene Arbeitsplätze entstanden.

Die Fläche übertrifft die Größe Grönlands und macht etwa ein Viertel des globalen Ziels aus, bis 2030 rund eine Milliarde Hektar wiederherzustellen. Dieses Vorhaben wurde von der Staatengemeinschaft auf der Weltnaturkonferenz in Montreal beschlossen. Damals einigten sich die Länder unter anderem darauf, 30 Prozent der beeinträchtigten Ökosysteme an Land, in Binnengewässern sowie in Meeres- und Küstenzonen zu sanieren. Der neue Bericht zieht nun zur Halbzeit der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen von 2021 bis 2030 eine Zwischenbilanz.

UNEP sieht bedeutenden Beginn

UNEP-Chefin Inger Andersen sprach von den ersten Schritten einer der bislang größten Naturschutzanstrengungen weltweit. Zugleich macht der Bericht deutlich, dass Tempo und Umfang der bisherigen Maßnahmen noch nicht genügen, um die vereinbarten Ziele rechtzeitig zu erreichen.

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Land- und Meeresgebieten. Mehr als 90 Prozent der bisherigen Wiederherstellungsprojekte finden demnach an Land statt. Dort liege man ungefähr im Plan und habe bereits fast die Hälfte des Ziels für 2030 erreicht. In den Ozeanen seien die Fortschritte dagegen wesentlich geringer, obwohl sich der Zustand mariner Lebensräume laut Bericht besonders schnell verschlechtert.

Meeresschildkröte
Auch bei den Meeren sollen 30 Prozent der Fläche unter Schutz gestellt werden. Quelle: Claudia Rosel/AP/dpa

Derzeit werden nur rund zwei Prozent der Meeres- und Küstenökosysteme sowie etwa vier Prozent der Süßwasserökosysteme regeneriert. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass Überwachung und Datenerfassung in diesen Bereichen lückenhaft seien. Das tatsächliche Ausmaß könnte daher höher liegen.

Für mehr Naturschutz wird deutlich mehr Geld benötigt

Nach Einschätzung des UNEP sind deutlich größere Investitionen nötig, um die Wiederherstellung von Naturflächen spürbar zu beschleunigen. Bis 2030 müsste die jährliche Finanzierung von derzeit 64 Milliarden US-Dollar auf fast 300 Milliarden US-Dollar steigen. Das Geld würde unter anderem in die Wiedervernässung von Mooren und in Aufforstungsprogramme fließen.

Nach Berechnungen des Umweltprogramms könnten durch diese Investitionen weltweit rund 32 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Auf der Weltnaturkonferenz im armenischen Eriwan beraten die Staaten derzeit darüber, wie die Umsetzung der Vereinbarungen vorangebracht werden kann. Der Erhalt und Wiederaufbau von Ökosystemen an Land und im Meer gilt aus Sicht der Vereinten Nationen als entscheidend für die Sicherung von Wasser- und Nahrungsversorgung sowie für die Widerstandskraft des Planeten gegenüber dem Klimawandel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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