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Rätselhafter Wal-Tod vor Insel Anholt

Rätsel vor Anholt: Ein toter Buckelwal treibt vor der Küste. Ist es derselbe Wal wie aus der Ostsee?

15.05.2026, 06:50 Uhr

Toter Wal vor Anholt entdeckt – Gewebeprobe soll Identität klären

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Nach Angaben der dänischen Umweltbehörde Miljøstyrelsen liegt das Tier rund 75 Meter vor der Küste und ist vermutlich bereits seit einiger Zeit verendet.

Zunächst blieb offen, ob es sich um jenen Wal handelt, der Ende März vor Timmendorfer Strand gestrandet war und etwa einen Monat später in den Skagerrak beziehungsweise in die Nordsee gebracht wurde.

Ein örtlicher Naturaufseher hält es für wahrscheinlich, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Gegenüber TV 2 Østjylland schätzte er die Länge des Tieres auf 10 bis 15 Meter. Aktuell gibt es den Angaben zufolge keine Pläne für eine Bergung. Das könnte sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibt.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte, sein Ministerium stehe seit der Nacht in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium sowie mit der dänischen Umweltbehörde. Ziel sei es herauszufinden, ob der tote Wal mit dem Tier identisch ist, das zuvor mehrfach in der Wismarbucht gestrandet war. Zugleich warnte Backhaus vor voreiligen Spekulationen.

Drama um die Walrettung

Der vor der deutschen Küste gestrandete Wal hatte über Wochen Schlagzeilen gemacht. Das bislang letzte Kapitel war ein tagelanger Transport durch eine private Rettungsinitiative in die Nordsee. Wie genau diese Aktion endete, blieb allerdings unklar.

Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es keine bekannten Daten zum Aufenthaltsort des Tieres. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale mehr, hieß es zuletzt von der privaten Initiative. Demnach liegen überhaupt keine Ortungsdaten mehr vor.

Fachleute von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des geschwächten Wals bereits zuvor übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt.

Nach Darstellung der Initiative soll dem Buckelwal vor der Freisetzung am 2. Mai ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht worden sein, der fortlaufend Positionsdaten senden sollte. Unabhängig bestätigen ließ sich diese Angabe jedoch nicht.

Der Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet worden. In den rund 60 Tagen bis zum Transport hielt er sich nach Angaben der Initiative etwa zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen auf. Schließlich wurde er mit einem Lastkahn von der Insel Poel aus in die Nordsee gebracht.

Gewebeprobe soll entnommen werden

Fotos oder Videos von der Freisetzung gibt es laut Initiative nicht. Unklar blieb außerdem, in welchem Zustand sich das geschwächte Tier zu diesem Zeitpunkt befand, nachdem es durch das Hin und Her auf dem Kahn verletzt worden sein soll.

Dänischen Medien zufolge soll im Laufe des Tages eine Gewebeprobe von dem toten Tier genommen werden. Dafür wird demnach auf Niedrigwasser gewartet. Die Probe könnte helfen, die Identität des Wals zu klären.

Auch Fotos könnten theoretisch zur Identifizierung beitragen. Nach Angaben der privaten Initiative wurde ein Bild der Fluke, also der großen Schwanzflosse, aufgenommen. Dieses soll als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfließen. Auch diese Information ist bislang nicht unabhängig bestätigt.

Nach Einschätzung der Walschutzorganisation WDC können neben der Unterseite der Fluke auch auffällige Narbenmuster auf der Haut zur Wiedererkennung eines Tieres dienen. Der Poeler Wal gehört demnach zur Population der nordatlantischen Buckelwale. Von dieser Gruppe existieren in Forschungsdatenbanken bereits tausende Vergleichsfotos.

Mehrfach gestrandet

Der Buckelwal war nach Behördenangaben zunächst im Hafen von Wismar aufgetaucht. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein.

Zwar gelang es dem Tier, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Statt jedoch Kurs auf das offene Meer und nach Norden zu nehmen, schwamm es wieder in Richtung Wismar zurück.

Schließlich gelangte der Wal in die flache Bucht Kirchsee bei der Insel Poel. Dort strandete er erneut, befreite sich zwischenzeitlich, saß aber wenige Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte Mitte April entschieden, eine private Rettungsinitiative zu dulden. Finanziert wurde sie von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert. Die Initiative organisierte zuletzt die sogenannte Barge, mit der der Wal zurück in die Freiheit gebracht werden sollte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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