Zahlreiche Klinikbesuche nach Sonnenfinsternis
Nach der partiellen Sonnenfinsternis haben sich in mehreren Kliniken zahlreiche Menschen mit Augenbeschwerden gemeldet. Betroffen waren unter anderem Krankenhäuser in Berlin sowie in Baden-Württemberg.
In der Hauptstadt teilten die Charité und der Klinikbetreiber Vivantes mit, dass insgesamt etwa 20 Menschen nach dem Beobachten der Sonnenfinsternis behandelt wurden. Genannt wurden dabei Beschwerden wie Sehstörungen. Nach Angaben der Charité rechnen die Notaufnahmen damit, dass sich in den kommenden Tagen noch weitere Betroffene vorstellen könnten, weil Symptome mitunter erst verzögert auftreten.
Besonders gut war das Himmelsschauspiel im Südwesten zu sehen. In Freiburg wurde die Sonne zu etwas mehr als 90 Prozent verdeckt.
An der Augenklinik des Universitätsklinikums Mannheim gingen in den Stunden nach der Finsternis nach Angaben von Klinikdirektor Robert Patrick Finger rund 20 Anfragen ein. Die Betroffenen berichteten unter anderem über Kopfschmerzen, manchen war auch schwindelig. Nach Einschätzung der Klinik dürften diese Beschwerden jedoch ohne bleibende Folgen wieder verschwinden.
Ähnliche Rückmeldungen gab es aus Stuttgart. Dort stellten sich bis zum Mittag rund 20 Menschen in der Augenklinik vor, weil sie Schäden durch das Beobachten der Sonnenfinsternis befürchteten. Eine Sprecherin des Klinikums erklärte jedoch, dass bei keinem der Patienten tatsächlich eine Verletzung festgestellt worden sei.
Auch in Freiburg meldeten sich Betroffene
In Freiburg suchten noch in der Nacht acht Personen wegen Augenschmerzen die Uniklinik auf. Am darauffolgenden Tag meldete sich nochmals eine Handvoll Menschen, die über Brennen in den Augen, Kopfschmerzen oder Flecken im Sichtfeld klagten. Nach Einschätzung der Klinik könnten in den nächsten Tagen noch weitere Fälle folgen. Bislang habe man allerdings bei niemandem eine objektive Verschlechterung des Sehvermögens festgestellt.
Augenärzte hatten bereits vor dem Ereignis eindringlich davor gewarnt, die Sonnenfinsternis ohne ausreichenden Schutz zu betrachten. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz wies darauf hin, dass ungeschützter Blick in die Sonne die Netzhaut dauerhaft schädigen kann. Schon innerhalb kurzer Zeit könne das Sonnenlicht an der lichtempfindlichen Schicht im Auge bleibende Schäden verursachen. Besonders tückisch sei, dass Netzhautschäden zunächst keine Warnsignale verursachen. Wenn Sehstörungen bemerkbar werden, ist die Verletzung oft bereits eingetreten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber