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Krönchen für Karure: Das ist Neuseelands Vogel des Jahres

Fast ausgerottet, jetzt ganz vorn: Wie der Karure in Neuseeland zum «Bird of the Year» wurde, ist kaum zu glauben.

21.09.2026, 06:17 Uhr

Karure gewinnt Neuseelands Wahl zum Vogel des Jahres

Klein, rund und ausgesprochen selten: Der Karure, auch als Chathamschnäpper oder Black Robin bekannt, hat die Wahl zum Vogel des Jahres in Neuseeland klar für sich entschieden. Mit etwa 25.000 Stimmen ließ er zahlreiche andere Arten hinter sich. Für den Vogel ist der Erfolg besonders bemerkenswert, denn noch vor rund 50 Jahren stand seine Art unmittelbar vor dem Aussterben.

An der internationalen Abstimmung, die die Naturschutzorganisation Forest and Bird seit 2005 veranstaltet, nahmen diesmal rund 105.000 Menschen teil – so viele wie noch nie. Zur Auswahl standen mehr als 70 Vogelarten.

Der Karure setzte sich unter anderem gegen den beliebten Kakapo, einen flugunfähigen Papagei, sowie gegen den Karearea, den neuseeländischen Falken, durch. Mit der jährlichen Aktion will Forest and Bird auf die Gefährdung vieler charakteristischer Vogelarten des Inselstaats aufmerksam machen.

Vom Rand des Aussterbens zurück

Der Sieg des Karure steht auch für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte im Artenschutz. Im Jahr 1980 existierten weltweit nur noch fünf Tiere, darunter lediglich ein fortpflanzungsfähiges Weibchen. Ausgehend von nur einem Zuchtpaar – Old Blue und Old Yellow – gelang es Naturschützern, den Bestand Schritt für Schritt wieder aufzubauen.

Inzwischen leben wieder etwa 350 erwachsene Karure auf zwei kleinen, vor eingeschleppten Räubern geschützten Inseln der Chathaminseln östlich von Neuseeland.

Wahlkampf mit Humor, aber ernster Botschaft

Die Abstimmung ist längst mehr als nur ein Online-Voting. Rund um die zweiwöchige Wahl entstehen regelmäßig kreative Kampagnen mit Memes, Verkleidungen und viel Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken.

Chathamschnäpper ist Vogel des Jahres in Neuseeland
Der federleichte, kugelrunde Vogel setzte sich gegen rund 70 Konkurrenten durch. Quelle: Dave Boyle/Forest and Bird/dpa

Trotz des spielerischen Charakters sei die Botschaft sehr ernst, betonte Forest-and-Bird-Sprecherin Rebecca Hatch. Nach Angaben der Organisation gelten rund 80 Prozent der heimischen Vogelarten in Neuseeland als gefährdet oder stark bedroht. Dass die Lage vieler Arten kritisch ist, zeige sich auch im Ergebnis: Acht der zehn bestplatzierten Vögel zählen zu den besonders bedrohten Arten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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