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Korallen besiegen Hitzewelle vor Westaustralien

Rekordhitze im Meer – doch diese Korallen trotzen ihr. Das verblüffende Geheimnis vor Westaustralien macht Hoffnung.

28.05.2026, 05:18 Uhr

Mitten in einer der heftigsten marinen Hitzewellen, die Westaustralien je erlebt hat, haben Forschende eine überraschend positive Beobachtung gemacht: Einige Korallenriffe vor der Küste erweisen sich als außergewöhnlich robust gegenüber den Folgen der Erderwärmung. Die Entdeckung könnte auch für den Schutz von Korallen in anderen Teilen der Welt wichtig sein.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der James Cook University, der University of Western Australia und der Edith Cowan University nahmen Riffe bei den Houtman-Abrolhos-Inseln im Indischen Ozean unter die Lupe. Die Inselgruppe liegt rund 60 Kilometer vor Geraldton. Während an vielen anderen Riffen in Westaustralien und auch am Great Barrier Reef durch stark erhöhte Wassertemperaturen massive Korallenbleichen und Schäden aufgetreten sind, fanden die Forschenden dort kaum Beeinträchtigungen.

Unerwartet widerstandsfähig

Die Region gilt als Übergangsbereich zwischen tropischen und gemäßigten Meereszonen. Genau das könnte nach Einschätzung der Studienleiterin Kate Quigley ein Grund für die hohe Widerstandskraft der Korallen sein. Noch seien weitere Untersuchungen notwendig. Dennoch sei das Ergebnis ermutigend: Es gebe weiterhin gesunde Korallenriffe, deren Überleben jedoch nur gesichert werden könne, wenn die Treibhausgasemissionen rasch sinken.

Für die im Fachjournal Current Biology veröffentlichte Studie wurden drei Korallenarten zusätzlich im Labor getestet. Selbst unter extremer Hitze hielten sie deutlich länger durch als erwartet. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen das Ausbleichen war laut den Forschenden fast viermal so hoch wie bei ähnlichen Arten aus anderen Riffsystemen.

Korallen nahe der Houtman-Abrolhos-Inseln
Die Forscher prüfen nun, ob die Entdeckung Hoffnung auch für andere Regionen gibt. Quelle: Andrew Baird/James Cook University/dpa

Rolle symbiotischer Algen

Besonders ins Auge fiel den Forschenden die Leistungsfähigkeit bestimmter Algen, die in enger Gemeinschaft mit den Korallen leben und sie mit Energie versorgen. Diese Symbiose könnte ein entscheidender Faktor dafür sein, dass die Korallen auch bei sehr hohen Temperaturen stabil bleiben.

Die Wissenschaftler bezeichnen solche Gebiete als mögliche „Refugien“ für Korallen im Klimawandel. Weltweit könnte es weniger als zehn dieser besonders widerstandsfähigen Regionen geben. Neben einer schnellen Senkung der Emissionen müsse deshalb auch der Schutz solcher Areale höchste Priorität haben.

Warnzeichen für El Niño

Gleichzeitig verdichten sich nach Angaben der Weltwetterorganisation die Hinweise auf einen bevorstehenden starken El Niño. Dieses Klimaphänomen tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf und hält meist rund ein Jahr an. In dieser Zeit wird regional zusätzliche Wärme aus dem Pazifik in die Atmosphäre abgegeben, was vielerorts auch die Meerestemperaturen steigen lässt – mit potenziell gefährlichen Folgen für Korallenriffe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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