Bayern

Schock in Schongau: Steckt Extremismus hinter dem Angriff?

Nach der Messerattacke an einer Schule in Schongau führt plötzlich die Extremismus-Stelle die Ermittlungen – was steckt dahinter?

14.07.2026, 13:13 Uhr

Nach der Messerattacke an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau sehen die Ermittler Hinweise auf ein mögliches extremistisches Motiv. Deshalb hat die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen gegen den 16 Jahre alten Verdächtigen übernommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft München mitteilte. Gegen den Jugendlichen wird unter anderem wegen versuchten Mordes ermittelt.

Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen machte die Behörde zunächst keine weiteren Angaben. Auch dazu, welcher möglichen Form von Extremismus genau nachgegangen wird, äußerte sich die Generalstaatsanwaltschaft nicht.

Nach der Tat prüften die Ermittler zudem ein Schreiben, das von dem mutmaßlichen Täter stammen könnte. Das Dokument enthält Beschimpfungen gegen mehrere Religionsgemeinschaften und Bevölkerungsgruppen. Beleidigt werden darin aber auch Menschen aus dem persönlichen Umfeld des Verfassers, darunter Mitschüler und Lehrkräfte.

In diesem Zusammenhang stand die Staatsanwaltschaft München II nach Angaben der Ermittler auch mit der ZET im Austausch. Für eine mögliche Autorenschaft des 16-Jährigen sprechen demnach biografische Angaben wie das genannte Alter sowie Hinweise auf Probleme in der Schule. Außerdem wurde untersucht, ob die Tat möglicherweise per Livestream übertragen werden sollte.

Ex-Schüler sitzt wegen zweifachen Mordversuchs in Untersuchungshaft

Der 16-jährige Ex-Schüler befindet sich unter Tatverdacht in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er am Mittwoch zwei 13-jährige Mädchen auf dem Schulgelände mit einem Messer schwer verletzt haben. Beide wurden zunächst weiter im Krankenhaus behandelt.

Mitschüler leisteten den Verletzten Erste Hilfe und retteten damit nach Einschätzung der Ermittler vermutlich einem der Mädchen das Leben. Der Verdächtige wurde schließlich von Lehrkräften und Polizeibeamten überwältigt.

Frühere Ermittlungen und sichergestellte Waffen

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits mitgeteilt, dass gegen den 16-jährigen Kroaten wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 ermittelt worden war. Dabei soll er unter anderem Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben.

Nach der Attacke wurden ein Messer, eine Pistole und Munition sichergestellt. Nach dpa-Informationen wurde die Schusswaffe bei einem Rucksack gefunden, den der Jugendliche nach der Tat auf dem Schulhof im Umfeld des Tatorts deponiert haben soll. Auf diesen habe er die Beamten nach seiner Festnahme selbst hingewiesen.

Den Informationen zufolge soll der 16-Jährige zudem einen Schuss mit der Pistole abgegeben haben, bevor die Waffe versagte. Er habe angegeben, sich die Schusswaffe im Darknet beschafft zu haben. Bei dem Messer soll es sich jedenfalls nicht um ein gewöhnliches Haushaltsmesser handeln.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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