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Klima-Worst-Case geändert – warum weiter Alarm gilt

Neues Klima-Update überrascht: Das schlimmste Szenario wankt – doch Entwarnung gibt es laut Umweltministerium trotzdem nicht.

19.05.2026, 15:33 Uhr

Klimaforscher senken Worst-Case-Prognose – warnen aber vor falscher Entwarnung

Angesichts des starken Ausbaus erneuerbarer Energien haben Klimaforscher das bislang schlimmste Szenario für die globale Erwärmung nach unten angepasst. Sowohl Wissenschaftler als auch das Bundesumweltministerium stellen jedoch klar: Von Entwarnung kann trotzdem keine Rede sein.

Auch das günstigste Szenario wird kritischer bewertet

Gleichzeitig fällt die Einschätzung für die bestmögliche Entwicklung bis zum Ende des Jahrhunderts nun weniger positiv aus. Nach den neuen Berechnungen dürfte das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit unter 1,5 Grad zu halten, zumindest zeitweise verfehlt werden.

Die aktualisierten Szenarien stammen von Forschern des World Climate Research Programme. Deren Arbeiten fließen in die Berichte des Weltklimarats ein und dienen als wichtige Grundlage für die Verhandlungen bei internationalen Klimakonferenzen.

Erneuerbare Energien bremsen die schlimmsten Erwartungen

Der niederländische Wissenschaftler Detlef van Vuuren, Hauptautor der Studie, nennt vor allem die stark gesunkenen Kosten für erneuerbare Energien als Grund für die Anpassung. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie sei in den vergangenen Jahren schneller vorangekommen als lange erwartet.

Doch auch die nun abgeschwächte pessimistische Entwicklung hätte schwere Folgen: Selbst in diesem Fall müsste die Welt bis 2100 noch mit einer Erwärmung von rund 3,5 Grad rechnen.

1,5-Grad-Limit wohl nicht dauerhaft erreichbar

Am anderen Ende der Skala sehen die Forscher ebenfalls schlechtere Aussichten als früher. Weil die weltweiten Treibhausgasemissionen in den vergangenen Jahren weiter zugenommen haben, gilt es inzwischen als unrealistisch, die Erwärmung dauerhaft unter 1,5 Grad zu halten. Wie stark die Temperaturen am Ende tatsächlich steigen, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent die Staaten künftig beim Klimaschutz handeln.

Ministerium sieht Erfolg – warnt aber vor Folgen

Das Bundesumweltministerium wertet die Abschwächung des extremsten Szenarios als Beleg dafür, dass Klimapolitik Wirkung zeigt. Zugleich warnt es davor, selbst 1,5 Grad Erwärmung zu unterschätzen. Schon heute seien die Folgen einer solchen Entwicklung erkennbar: mehr Dürren, Hitzewellen, Waldschäden, Überschwemmungen und andere Wetterextreme.

Trump spricht von „Klima-Alarmismus“

US-Präsident Donald Trump hatte das Wegfallen des bisherigen Worst-Case-Szenarios in seinem Netzwerk Truth Social als Bestätigung seiner Haltung gefeiert. Er deutete die Anpassung als Beweis dafür, dass frühere Projektionen falsch gewesen seien, und sprach von „Klima-Alarmismus“.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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