Fußball

Letzte Hoffnung für St. Pauli? Dieses Duell wird brutal

Kurz vor dem Relegations-Krimi kippt alles: Wolfsburg überholt St. Pauli – und plötzlich mischt noch ein Dritter mit.

04.05.2026, 11:47 Uhr

Der erschreckend harmlose Auftritt des FC St. Pauli sorgte selbst beim Gegner für Mitgefühl. Nach dem 2:1-Erfolg von Mainz 05 am Millerntor fand ausgerechnet Mainzer Angreifer Philip Tietz warme Worte für den abstiegsbedrohten Kiez-Club. Vor dem womöglich entscheidenden Duell um den Relegationsplatz gegen den VfL Wolfsburg am letzten Spieltag dürfte jede Form von Zuspruch willkommen sein.

Tietz zeigte sich nach dem Spiel tief beeindruckt vom Umfeld in Hamburg. Er betonte, dass ihm St. Pauli leidtue und er dem Club den Klassenerhalt wünsche. Die besondere Atmosphäre am Millerntor sei außergewöhnlich, sagte der Torschütze, der erklärte, er spiele dort sehr gern. Die Anhänger seien überragend, der Verein habe eine besondere Ausstrahlung und auch die Mannschaft wirke bodenständig und sympathisch. Er drücke St. Pauli fest die Daumen.

Blessin kämpferisch trotz Pfiffen

Sportlich spricht derzeit jedoch wenig für die Hamburger. Seit acht Spielen wartet St. Pauli auf einen Sieg und wirkte gegen Mainz über weite Strecken ideenlos, mutlos und nicht bundesligatauglich. Im engen Kampf um Rang 16 scheint den Hanseaten zunehmend die Kraft zu fehlen. Gleichzeitig präsentiert sich Wolfsburg, das personell stärker besetzt ist, in deutlich besserer Verfassung.

Schon zur Pause reagierten die Fans mit Pfiffen, wobei auch Trainer Alexander Blessin ins Zentrum der Kritik geriet. Der Coach nahm die Reaktion gelassen auf und sagte, wenn der Frust an ihm ausgelassen werde, sei das in Ordnung. Angesichts der engen Tabellensituation bestehe aus seiner Sicht aber kein Anlass, aufzugeben.

Einen kurzfristigen Trainerwechsel wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Blessin machte deutlich, dass er nicht hinschmeißen werde. Er stehe zur Verantwortung und sei überzeugt, dass die Mannschaft den Ligaverbleib gemeinsam schaffen könne.

Wolfsburg mit dem besseren Trend

Zwei Wochen vor dem Showdown im Abstiegskampf hat der VfL Wolfsburg die etwas günstigere Ausgangslage. Nach dem 1:1 in Freiburg verließen die Niedersachsen den vorletzten Tabellenplatz und zogen an St. Pauli vorbei. Die Mannschaft von Dieter Hecking ist nun seit drei Spielen ungeschlagen und sammelte in diesem Zeitraum fünf Punkte.

Hecking lobte die Entwicklung seiner Mannschaft. Man erkenne, dass das Team Fußball spielen wolle und keine klassische Abstiegs-Elf sei. Zugleich verinnerliche die Mannschaft die Anforderungen im Abstiegskampf immer besser, was sich auch in der gestiegenen Stabilität widerspiegele.

Der Trainer erinnerte zudem daran, wie viel Kritik seine Spieler in den vergangenen Monaten einstecken mussten. Vieles davon habe nicht nur die Leistungen, sondern auch den Charakter der Mannschaft infrage gestellt. Hecking widersprach diesem Bild klar und betonte, dass die jüngsten Wochen zeigten, dass sehr wohl Charakter vorhanden sei. Schlechte Auftritte wolle man nicht schönreden, doch das Team sei nicht so schwach, wie es teilweise dargestellt worden sei.

Auch Heidenheim mischt wieder mit

Im Rennen um den Relegationsrang sind St. Pauli und Wolfsburg aktuell punktgleich, beide haben 26 Zähler. Doch auch ein dritter Club ist plötzlich wieder im Geschäft: der FC Heidenheim. Nach dem überraschenden Punktgewinn beim FC Bayern liegt Heidenheim mit 23 Punkten zwar noch auf dem letzten Platz, hat aber weiter Chancen.

Hecking warnte davor, Heidenheim abzuschreiben. Die Mannschaft zeige deutlich, dass sie sich noch längst nicht aufgegeben habe. Deshalb müsse man sich auf ein Finale mit drei Teams einstellen, denn Heidenheim sei weiterhin alles zuzutrauen.

Schwierige Aufgaben am nächsten Spieltag

Am kommenden Wochenende warten auf Wolfsburg und St. Pauli schwere Prüfungen. Der VfL empfängt Meister Bayern München, während St. Pauli auswärts bei Leipzig antreten muss. Die Aussichten auf Punkte sind für beide nicht besonders groß. Heidenheim spielt derweil bei den nahezu geretteten Kölnern.

Der Kampf um den Relegationsplatz bleibt damit völlig offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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