Bayern

Neue Jagd auf den geraubten Kelten-Goldschatz

Spektakuläre Wende im Goldraub: Liegt der verschwundene Schatz seit Jahren auf dem Grundstück des Hauptverdächtigen?

04.05.2026, 11:28 Uhr

Mehr als drei Jahre nach dem spektakulären Diebstahl des Goldschatzes aus dem Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching rückt der Verbleib des größten Teils der Beute erneut in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamts besteht der Verdacht, dass das fehlende Gold auf dem Grundstück des Hauptverdächtigen und seiner Partnerin in Plate in Mecklenburg-Vorpommern versteckt sein könnte.

Der Schatz war im November 2022 aus dem Museum gestohlen worden. Vier Täter wurden inzwischen festgenommen und im Juli 2025 vom Landgericht Ingolstadt zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Bis auf einen kleinen Teil der entwendeten Goldmünzen blieb die Beute jedoch verschwunden. Während des Prozesses machten die Verdächtigen keine Angaben dazu, wo das Gold verborgen sein könnte.

Goldspürhunde aus Ungarn im Einsatz

Seit dem Morgen durchsuchen Kunstfahnder erneut das Anwesen und das Grundstück des Hauptverdächtigen. Dabei kommen nicht nur Bargeldspürhunde zum Einsatz, sondern auch speziell auf Gold trainierte Spürhunde aus dem ungarischen Nationalmuseum. LKA-Sprecher Fabian Puchelt sagte, genau für diesen Einsatz brauche man diese Hunde. Zunächst suchten die Tiere im Garten, später sollten sie auch das Haus abschnüffeln.

Nach Angaben des LKA stützen neue Erkenntnisse den Verdacht, dass der Großteil des Schatzes dort professionell versteckt wurde, um ihn später verkaufen zu können. Puchelt betonte, auch nach den Verurteilungen der Haupttäter seien umfangreiche Nachermittlungen geführt worden. Aus Sicht der Ermittler spreche inzwischen alles dafür, dass das Gold insgesamt nur an diesem Ort verborgen sein könne.

Hunderte Goldmünzen im Visier der Ermittler

Konkret geht es nach Behördenangaben um 411 Goldmünzen und einen Goldgusskuchen mit einem Gesamtgewicht von rund drei Kilogramm. Zudem prüfen die Beamten, ob sich auf dem Grundstück auch größere Mengen Bargeld befinden könnten, die aus anderen Einbrüchen der Gruppe stammen.

Bis zum späten Vormittag blieb die Suche nach Angaben eines LKA-Sprechers zunächst ohne Ergebnis. Am Nachmittag sollte sie fortgesetzt werden. Ein festes Zeitlimit haben sich die Ermittler nach eigenen Angaben nicht gesetzt. Puchelt sagte, gesucht werde so lange, bis etwas gefunden werde oder sich sicher ausschließen lasse, dass die Beute dort versteckt ist.

Internationale Spezialisten unterstützen die Durchsuchung

Die Durchsuchung ist besonders aufwendig angelegt. Im Einsatz sind nach LKA-Angaben auch Fachleute aus der Forensik, Zollexperten sowie internationale Spezialisten, darunter Kräfte aus Kanada und von der Toronto Police. Sie sollen unter anderem beurteilen, ob Gegenstände vergraben, verbaut oder in Gebäudeteilen eingemauert worden sein könnten.

Außerdem setzen die Ermittler Röntgen- und Radartechnik ein. Jedes Zimmer soll vermessen und mit den originalen Bauplänen abgeglichen werden, um mögliche doppelte Wände oder spätere bauliche Veränderungen zu entdecken. Auch jedes einzelne Möbelstück wird auf potenzielle Verstecke untersucht.

Die Partnerin des Hauptverdächtigen steht ebenfalls im Fokus der Ermittlungen. Die Beamten verdächtigen sie, Hilfe beim Verkauf des Goldes angeboten zu haben. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Ihr Partner sitzt laut Landeskriminalamt weiterhin in München in Untersuchungshaft. Das gegen ihn ergangene Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig.

An der aktuellen Aktion sind neben den Landeskriminalämtern aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern auch die Staatsanwaltschaft Ingolstadt, Beamte des Bundeskriminalamts sowie eine internationale Spezial-Taskforce gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern beteiligt.

Museum hofft auf Rückkehr der Beute

Der Leiter des Kelten Römer Museums, Tobias Esch, äußerte sich mit vorsichtigem Optimismus zu der erneuten Suche. Angesichts der großen Bedeutung des Goldschatzes sagte er, man würde sich sehr freuen, wenn sich Teile der Beute im Originalzustand sicherstellen ließen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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