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Darum könnte dieser Wal wegen der Wellen bald frei sein

Kurz vor der Nordsee musste der Wal-Transport wegen hoher Wellen kehrtmachen – kommt die überraschende Freilassung jetzt früher?

01.05.2026, 12:38 Uhr

Freilassung des Buckelwals vor Dänemark womöglich noch heute

Für den Buckelwal, der derzeit auf einer Barge vor der dänischen Küste ausharrt, könnte die Freilassung bald bevorstehen. Nach Angaben von Jens Schwarck, der zur privaten Rettungsinitiative gehört und den Transport begleitet, wird geprüft, ob das Tier am späten Nachmittag freigelassen werden kann. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus.

Derzeit arbeitet das Team daran, dem Wal einen Sender zu befestigen. Gleichzeitig werde vorbereitet, das Netz bei Bedarf rasch zu entfernen. So solle schnell reagiert werden können, falls der Wal in der Barge Stress zeigt oder sich die Lage für ihn als zu riskant erweist.

Schiff noch in der Ostsee unterwegs

Der Schlepper mit der angehängten Barge befindet sich weiterhin vor der Nordspitze Dänemarks und damit noch in der Ostsee. In der Gegend bei Skagen treffen Kattegat und Skagerrak aufeinander; sie gilt zugleich als Zugang zur Nordsee. Eigentlich war vorgesehen, den Wal erst weiter draußen in der Nordsee an einem passenden Ort freizusetzen.

Schlechte Wetterlage bremst den Einsatz

Am Morgen hatte der Lastkahn nach mehreren Tagen Fahrt beinahe die Nordsee erreicht. Rund 11 Seemeilen, also etwa 20 Kilometer, vor Dänemarks nördlichstem Punkt änderte das Schiff jedoch zunächst den Kurs. Auf Schiffs-Ortungsdiensten war dieses Manöver zu verfolgen.

Wie Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffs „Robin Hood“, dem NDR sagte, waren schwierige Wetterverhältnisse der Grund dafür. Nach Einschätzung des Teams wäre das Risiko von Verletzungen für den Wal bei starkem Seegang in der Barge zu hoch gewesen.

Geschwächtes Tier seit Dienstag auf dem Lastkahn

Der mehrfach an deutschen Küsten gestrandete Buckelwal war am Dienstag nach wochenlangem Aufenthalt im flachen Wasser der Ostsee in den Lastkahn gebracht worden. In dem mit Wasser gefüllten Stahlbecken wurde das geschwächte, etwa zwölf Meter lange Tier von dem Schlepper „Fortuna B“ in Richtung Nordsee gezogen.

Dänemark greift bei Strandungen grundsätzlich nicht ein

Sollte der Wal nach einer Freilassung erneut stranden, wäre von dänischer Seite keine Rettung zu erwarten. Das Umweltministerium in Kopenhagen erklärte, gestrandete Meeressäuger würden grundsätzlich nicht geborgen. Solche Strandungen seien ein natürlicher Vorgang, und Wale sollten dabei nicht durch Menschen gestört oder gerettet werden.

Der Buckelwal hatte zuvor rund vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Trotz deutlicher Kritik zahlreicher Wissenschaftler, Fachstellen und Tierschutzorganisationen bemüht sich die private Initiative seit Mitte April darum, das Tier lebend in die Nordsee oder sogar in den Atlantik zu bringen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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