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Griechenland jagt tödlichen Hasenkopf-Kugelfisch

Giftig, bissig, auf dem Vormarsch: Dieser Kugelfisch breitet sich in Griechenland aus. Müssen Badegäste jetzt aufpassen?

29.06.2026, 08:17 Uhr

Griechenland startet Fangprämie gegen invasiven Kugelfisch

Griechische Fischer sollen in einigen Landesteilen künftig Geld für den Fang des Hasenkopf-Kugelfisches (Lagocephalus sceleratus) erhalten. Das neue Pilotprojekt richtet sich zunächst an Berufsfischer auf Kreta und in der südlichen Ägäis. Nach einem Bericht des Senders Skai sind 5,33 Euro pro Kilogramm dieser invasiven Art vorgesehen. Vertreter der Fischerei begrüßen den Schritt, da der Fisch nicht nur Netze beschädigt, sondern auch das ökologische Gleichgewicht stört.

Eingewandert über den Suezkanal

Der Hasenkopf-Kugelfisch wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, erreicht aber meist etwa 40 Zentimeter Länge und ein Gewicht von bis zu 9 Kilogramm. Ursprünglich stammt er aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Über den Suezkanal gelangte die Art ins Mittelmeer, wo sie 2003 erstmals nachgewiesen wurde.

Nach Angaben des Griechischen Zentrums für Meeresforschung (HCMR) gibt es zwar bislang nur wenige gezielte Untersuchungen zu den Folgen für die Artenvielfalt. Wissenschaftliche Modelle sprechen jedoch dafür, dass der Fisch negative Auswirkungen auf das Ökosystem hat. Als problematisch gilt vor allem, dass er sehr anpassungsfähig ist und kaum natürliche Feinde hat.

Giftig und mit kräftigem Gebiss

Zuletzt stand der Fisch auch in den griechischen Medien stark im Fokus. Ein Grund ist seine Giftigkeit: Er darf nicht gegessen werden. Außerdem besitzt er sehr scharfe, schnabelartige Zähne. Fischer berichten immer wieder von schweren Bissverletzungen, etwa wenn sie ihre Netze säubern.

Jagd auf giftigen Hasenkopf-Kugelfisch in Griechenland
Hasenkopf-Kugelfische (Lagocephalus sceleratus), undatierte Aufnahme Quelle: Gerasimos Kondylatos/dpa

Für Badegäste sieht das HCMR dennoch nur ein sehr geringes Risiko. Bekannt sei bislang lediglich ein einziger Fall aus dem Jahr 2022, bei dem ein Badender gebissen wurde. Zudem gab es einen Vorfall mit fünf ausländischen Seeleuten, die den Fisch gefangen, gegessen und sich dadurch vergiftet hatten. Todesfälle habe es dabei nicht gegeben.

Nervengift bleibt auch beim Kochen gefährlich

Der Hasenkopf-Kugelfisch enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX). Dieses blockiert die Signalübertragung in den Nerven und wird selbst durch Erhitzen nicht unschädlich gemacht. Trotzdem betont das HCMR, dass die Gefahr insgesamt sehr gering sei. Verletzungen durch andere Meeresbewohner wie das Petermännchen kämen deutlich häufiger vor.

Unterstützung vor allem für Fischer gedacht

Die Prämie richtet sich nicht zum Schutz von Badegästen an die Öffentlichkeit, sondern soll vor allem Berufsfischer entlasten. Der Hasenkopf frisst Fische aus den Netzen und beschädigt diese dabei mit seinem Gebiss. Zugleich vermehrt er sich stark und verdrängt heimische Arten.

Ein ähnliches System gibt es bereits in der Türkei, wo der Fisch schon seit Jahren Probleme bereitet. Dort gelten die Fangprämien als wirksam. Nach Angaben des türkischen Landwirtschafts- und Forstministeriums wurden im vergangenen Jahr etwa 290.000 Hasenkopf-Kugelfische gefangen. Schätzungen zufolge seien dadurch rund 22 Millionen weitere Tiere verhindert worden.

Vollständige Beseitigung unrealistisch

Der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Margaritis Schinas, dämpft allerdings die Erwartungen. Ziel sei es, Anreize zu schaffen, große Wunder dürfe man aber nicht erwarten. Der Fisch werde sich nicht ausrotten lassen. Es gehe vielmehr darum, seinen Bestand insbesondere während der Laichzeit einzudämmen und gleichzeitig die Berufsfischer zu unterstützen, deren Netze und Fänge unter der Art leiden.

Sein Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: Der Hasenkopf-Kugelfisch werde Griechenland wohl dauerhaft erhalten bleiben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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