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Experten warnen: Diese Supplements bergen Risiken

30.000 neue Mittel ohne Kontrolle: Forscher warnen vor Gesundheitsrisiken – und wenden sich jetzt an gleich zwei Ministerien.

26.09.2026, 05:00 Uhr

Wissenschaftler, Mediziner und Verbraucherschützer schlagen wegen teils gravierender Qualitäts- und Sicherheitsmängel bei Nahrungsergänzungsmitteln mit sogenannten Botanicals Alarm. In einem Schreiben an die Bundesministerien für Landwirtschaft, Ernährung und Wirtschaft verlangen sie, die bislang kaum geregelte Lage bei Inhaltsstoffen auf Basis von Pflanzen, Algen, Pilzen oder Flechten im Interesse der Verbraucher zu beenden.

Nach Ansicht der Unterzeichner besteht akuter Handlungsbedarf. In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, warnen sie, dass die Gesundheit der Konsumenten gefährdet sei. Derzeit müssten Hersteller ihre Produkte vor dem Verkauf lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registrieren lassen. Eine behördliche Kontrolle vor dem Inverkehrbringen finde jedoch nicht statt, kritisieren die Experten und verweisen auf mögliche toxikologische Gefahren.

In anderen Ländern sei man deutlich strenger. So gelten etwa in der Schweiz sowie in EU-Staaten wie Frankreich und Belgien wesentlich umfangreichere Nachweis- und Dokumentationspflichten für solche Präparate.

Die Fachleute fordern daher vom Gesetzgeber, dass Hersteller und Vertreiber schon bei der Anmeldung vollständige, korrekte und für Verbraucher verständliche Angaben machen müssen. Zudem solle es laufende Kontrollen von Rohstoffen und Endprodukten mit anerkannten Analysemethoden geben. Auch irreführende Gesundheitsversprechen müssten aus ihrer Sicht konsequenter überprüft werden.

Mehr als 30.000 Anmeldungen

Zu den Unterzeichnern gehört auch Andreas Hensel, Präsident der Gesellschaft für Phytotherapie und Leiter des Instituts für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie an der Universität Münster. Nach seinen Angaben wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 30.000 Nahrungsergänzungsmittel angemeldet.

Weil die rechtlichen Anforderungen bei dieser Anmeldung jedoch unzureichend seien, komme es anschließend häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den Landesuntersuchungsämtern, die auf Mängel hinweisen, und den Anwälten der Unternehmen, die sich auf eigene, abweichende Analyseverfahren berufen. So lasse sich Verantwortung immer wieder abwehren, sagte Hensel. Am Ende seien Verbraucher Risiken ausgesetzt, die sie selbst kaum erkennen könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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