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Erster West-Nil-Fall im Inland: So gefährlich ist er

Erster West-Nil-Fall 2025 in Deutschland: Das Virus wird durch Mücken übertragen – und der Fund wirft neue Fragen auf.

29.07.2026, 16:12 Uhr

In Rheinland-Pfalz ist in diesem Jahr erstmals in Deutschland eine im Inland erworbene Infektion mit dem West-Nil-Virus festgestellt worden. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurde die betroffene Person sehr wahrscheinlich durch einen Mückenstich im Rhein-Pfalz-Kreis infiziert. Der Nachweis erfolgte demnach zufällig. Die Person war nicht im Ausland und gilt nicht als ansteckend. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht von der ersten autochthonen, also innerhalb Deutschlands übertragenen, Infektion des Jahres.

Das West-Nil-Virus kann durch heimische Stechmücken auf Menschen übertragen werden und ist in einigen Regionen Deutschlands bereits verbreitet. In Berlin hat es sich nach Erkenntnissen einer Studie der Charité inzwischen dauerhaft etabliert.

Für das Jahr 2025 wurden dem RKI zufolge bislang vier Übertragungen des West-Nil-Virus in Deutschland gemeldet. Deutlich mehr Infektionen steckten sich Reisende im Ausland zu. Fachleute gehen zudem von einer erheblichen Dunkelziffer aus.

Jeder Fünfte entwickelt grippeähnliche Beschwerden

Nach Angaben des RKI zeigen rund 20 Prozent der Infizierten eine fieberhafte Erkrankung mit Symptomen, die an eine Grippe erinnern. Schwere Verläufe sind selten und betreffen etwa eine von 100 infizierten Personen. Das Virus zirkuliert vor allem zwischen wildlebenden Vögeln und Stechmücken, kann jedoch auch auf Menschen übertragen werden.

In den meisten Fällen heilt das West-Nil-Fieber ohne Komplikationen aus. Bei schweren Erkrankungen treten Spätfolgen allerdings vergleichsweise häufig auf. Eine gezielte Behandlung gegen das Virus gibt es bisher nicht, auch ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung. Die Therapie beschränkt sich daher auf die Linderung der Beschwerden.

Schutz durch lange Kleidung und Netze

In Gegenden mit vielen Mücken rät das RKI zu langärmeliger Kleidung und langen Hosen. Zusätzlich können Insektenschutzmittel, Moskitonetze und Fliegengitter an Fenstern helfen. Im direkten Wohnumfeld sollten mögliche Brutstätten beseitigt werden, denn Mücken legen ihre Eier bereits in kleinsten Wasseransammlungen ab – etwa in Eimern, Blumentopf-Untersetzern oder verstopften Dachrinnen.

Warme Sommertage in Verbindung mit gelegentlichen Regenfällen schaffen besonders günstige Bedingungen für Stechmücken. Wegen mehrerer West-Nil-Fieber-Fälle in Südeuropa hatte zuletzt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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