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Coca-Colas Urahn? Dieser Fund aus Florenz verblüfft!

Ein Mönch findet in Florenz ein vergilbtes Rezept mit Cola-Nüssen und Kokablättern – war das die Coca-Cola vor Coca-Cola?

29.07.2026, 15:20 Uhr

Kommt die Cola womöglich doch aus Europa? In der ehemaligen Klosterapotheke von San Marco in Florenz sind Unterlagen zu einer Rezeptmischung entdeckt worden, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als eine Art Vorläufer von Coca-Cola und anderen Cola-Getränken gegolten haben könnte.

Die braune, kohlensäurehaltige Limonade gilt heute als weltbekanntes Symbol des „American Way of Life“ und wird jedes Jahr milliardenfach verkauft. Als offizielles Entstehungsjahr von Coca-Cola gilt 1886. Umso bemerkenswerter ist ein deutlich älterer Werbezettel, den Klostervorsteher Manuel Russo bei Aufräumarbeiten im Archiv fand: Darauf wird ein „stärkendes Wein-Elixier“ aus Kokablättern und Colanüssen beworben.

Russo berichtete der katholischen Wochenzeitung Toscana Oggi, er sei bei der Durchsicht des Archivs auf die alte Werbung gestoßen. Weitere Recherchen in den Unterlagen hätten ergeben, dass das Getränk damals zu den am stärksten nachgefragten Produkten der klösterlichen Apotheke gehörte.

Ähnliche Zutaten wie bei Pembertons Rezept

Kokablätter und Colanüsse spielten auch bei der Mischung eine zentrale Rolle, die der US-Apotheker John Pemberton einige Jahrzehnte später entwickelte. Aus „Pemberton’s French Wine Coca“ entstand schließlich Coca-Cola. Nachdem Alkohol in den USA verboten worden war, ersetzte Pemberton den Wein durch Wasser und Zuckersirup.

Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Florentiner Elixier und Pembertons späterer Mixtur gibt es nach Angaben des Mönchs jedoch nicht. Hinweise auf eine unmittelbare Verbindung seien bislang nicht gefunden worden.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Coca-Cola ist ein geschützter Markenname, Cola die allgemeine Bezeichnung für diese Art von Getränk. Entsprechend gibt es zahlreiche andere Cola-Sorten.

Rezept aus dem Klosterarchiv wiederentdeckt

Das vergilbte Dokument beschreibt das „Elixir vinoso ricostituente“ als Tonikum gegen körperliche und geistige Erschöpfung, Kopfschmerzen und allgemeine Schwächezustände, etwa im Alter oder nach außergewöhnlicher Anstrengung.

Die Rezeptur ist erstaunlich konkret überliefert: 30 Gramm Colanüsse, zehn Gramm bolivianische Kokablätter und ein Liter Alkoholmischung. Der Überlieferung nach brachten Missionare die Blätter und Nüsse aus Südamerika in die Toskana.

Coca-Cola-Formel bleibt streng geheim

Um die genaue Rezeptur von Coca-Cola ranken sich seit jeher zahlreiche Spekulationen. Immer wieder wird behauptet, jemand habe das Geheimnis gelüftet – bestätigt wurde das bislang jedoch nie.

Nach Angaben des Unternehmens kennt nur eine Handvoll Personen innerhalb des Konzerns die exakte Formel. Coca-Cola erklärt dazu, diese Personen seien vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet, auch ihre Identität werde streng geheim gehalten.

Als Legende gilt inzwischen die oft erzählte Behauptung, nur zwei Menschen kennten das Rezept und dürften vorsichtshalber nie gemeinsam in ein Flugzeug steigen. Pemberton selbst soll die Formel nie niedergeschrieben, sondern nur mündlich weitergegeben haben. Laut Konzern wurde sie erst 1919 schriftlich festgehalten. Heute wird sie in einem Tresor aufbewahrt.

Bedeutendes Kloster in Florenz

Das Kloster San Marco zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Florenz – auch wegen der Fresken von Fra Angelico aus der Frührenaissance. Die dazugehörige Antica Farmacia di San Marco wurde bereits 1436 gegründet.

Über Jahrhunderte hinweg versorgten die Dominikanermönche dort die Bevölkerung mit Heilkräutern, Essenzen, Elixieren und parfümierten Wässern. In ihrer ursprünglichen Form existiert die Apotheke heute nicht mehr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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