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China-Sonde erreicht Kamo’oalewa – jetzt beginnt’s

Chinas Sonde ist am Asteroiden angekommen – und was sie dort holen will, könnte selbst das Mond-Rätsel neu entfachen.

06.07.2026, 03:55 Uhr

Chinesische Sonde erreicht Asteroiden Kamo’oalewa

Die chinesische Raumsonde „Tianwen 2“ hat nach etwa 400 Tagen Flug den erdnahen Asteroiden Kamo’oalewa erreicht. Nach Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA näherte sich die Sonde dem Himmelskörper bis auf rund 20 Kilometer und begann anschließend mit ihrer wissenschaftlichen Untersuchung. Seit dem Start legte sie demnach ungefähr eine Milliarde Kilometer zurück.

Schon im Juni hatte „Tianwen 2“ den Asteroiden erstmals erfasst. Am 7. Juni führte die Sonde in einer Distanz von etwa 30.000 Kilometern ein Kontrollmanöver durch und verringerte seitdem schrittweise den Abstand.

Kamo’oalewa gilt als sogenannter Quasi-Mond der Erde. Der nur einige Dutzend Meter große Asteroid bewegt sich um die Sonne fast im gleichen Rhythmus wie unser Planet. Wissenschaftler vermuten, dass es sich möglicherweise um ein Stück des Mondes handelt, das bei einem Einschlag ins All geschleudert wurde. Genauere Erkenntnisse sollen erst Untersuchungen der entnommenen Proben im Labor liefern, unter anderem anhand von Isotopenanalysen.

Rückführung von Proben geplant

Gestartet war „Tianwen 2“ Ende Mai 2025 vom Weltraumbahnhof Xichang. Die Sonde soll Kamo’oalewa nun detailliert vermessen und eine kleine Menge Material einsammeln. Dafür kommen mehrere Verfahren infrage, etwa ein kurzes Aufsetzen nach dem Vorbild japanischer und US-amerikanischer Missionen oder auch eine bislang noch nie eingesetzte Methode mit einer Verankerung an der Oberfläche.

Die Rückkehrkapsel mit den Proben soll Ende 2027 auf der Erde ankommen. Gelingt das Vorhaben, wäre China nach Japan und den USA das dritte Land, das Asteroidenmaterial zur Erde bringt.

Nach der Probenrückgabe soll die Hauptsonde ihre Reise zum Kometen 311P im Asteroidengürtel fortsetzen. Die gesamte Mission ist auf etwa zehn Jahre ausgelegt. Für China ist das Projekt Teil eines zunehmend ambitionierten Programms zur Erforschung des tiefen Weltraums. Bereits 2021 brachte das Land mit „Tianwen 1“ einen Rover auf dem Mars zum Einsatz; für 2028 ist mit „Tianwen 3“ eine Mission zur Rückführung von Marsproben vorgesehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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