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Blaualgen-Alarm: Jetzt Warnung für Badende

Blaugrünes Wasser im Norden? Warum Behörden jetzt vor dem Baden an Stränden und Seen warnen – und was die Bakterien auslösen.

15.08.2026, 05:00 Uhr

Blaualgen breiten sich an Ostsee, Flüssen und Seen im Norden aus

An der Ostsee sowie an vielen Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind derzeit vermehrt Blaualgen zu beobachten. Satellitenbilder des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie zeigen größere Algenteppiche vor den Küsten zwischen Rostock und Hiddensee. Die Ausbreitung reicht über das gesamte Binnenmeer bis vor die dänische Küste.

Das Gesundheitsministerium in Schwerin empfiehlt Badegästen, sichtbare Ansammlungen von Blaualgen zu meiden. Erkennbar ist eine Algenblüte etwa an einer bläulich-grünen Trübung des Wassers, an Schlieren, Teppichen auf der Wasseroberfläche oder wolkenartigen Verteilungen im Wasser. Da Wind und Wetter die Lage stark beeinflussen, kann sich das Erscheinungsbild innerhalb weniger Stunden deutlich verändern.

Betroffen sind an der Ostsee unter anderem Küstenabschnitte bei Rostock-Warnemünde, Kühlungsborn, Heiligendamm und die Wohlenberger Wiek bei Wismar. Auch Flüsse und Seen wie der Peenestrom sowie der Schwandter See und der Melzer See im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind betroffen. Badeverbote wegen der Blaualgen gibt es dort derzeit jedoch nicht.

Badeverbote an Seen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein wurden an mehreren Seen wegen der Blaualgenbelastung Badeverbote ausgesprochen. Dazu zählen der Bordesholmer See, der Brahmsee, der Warder See und der Dörpsee im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Nach Angaben des Landes gelten diese Verbote voraussichtlich bis Mittwoch.

Zusätzlich bestehen Badewarnungen für mehrere Ostsee-Badestellen im Kreis Ostholstein, etwa vor Sierksdorf, Rettin und Scharbeutz. Das Land rät vom Baden und Schwimmen ab, wenn Badegäste ihre Füße wegen der bläulich-grünlichen Trübung bereits ab Kniehöhe im Wasser nicht mehr erkennen können. In solchen Fällen sollten auch Kleinkinder nicht mehr am Ufer spielen oder im flachen Wasser planschen.

Blaualgen können zu allergischen Reaktionen führen

Das derzeit sommerliche Wetter schafft günstige Bedingungen für die Vermehrung von Blaualgen. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um klassische Algen, sondern um sogenannte Cyanobakterien, wie die Stadt Rostock mitteilte. Einzelne Cyanobakterien sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, bei massenhaftem Auftreten werden sie jedoch als Schlieren oder Verfärbungen im Wasser erkennbar.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern weist darauf hin, dass Cyanobakterien Giftstoffe bilden können. Möglich sind allergische Reaktionen, außerdem Haut- und Schleimhautreizungen bei Kontakt. Wird belastetes Wasser in größeren Mengen verschluckt, können auch Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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